Cool. In einem Elternratgeber habe ich gelesen, dass man bereits im Babyalter im Umgang mit anderen Kids den Charakter erahnen kann. Mein Leon hat sich gestern in der Krabbelgruppe neugierig, fröhlich und begeistert auf andere zubewegt. Gemäß der psychologischen Langzeitstudie mag so ein Verhalten zeigen, dass ein kleiner Mensch sein Leben lang gern Gesellschaft liebt und Kontakte knüpft.

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Zu Beginn unserer Krabbelgruppe haben wir gestern erst einmal gesungen. Für jedes unserer Babys gab es ein kurzes Lied zum Willkommen heißen. Da ich am Ende der Runde gesessen habe, kam Leon zum Schluss dran. Mit großen Augen hat er sich umgeschaut, als sein Name von allen Mamas gleichzeitig über die Lippen kam.

Klasse fand ich die Einstellung der Erzieherin. „Hey, vergleicht bitte nicht eure Kids mit denen der anderen Mütter. Ein Kind krabbelt eher, das andere kann schneller sprechen und wieder ein anderes braucht für beides etwas länger und kann dafür später ganz andere Sachen besonders gut. Alles ist in Ordnung. Jedes Kind hat eine ganz eigene Entwicklung.“

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Das war ein tolles Bild auf der riesigen Decke: gegenseitig begrapschen, Spielzeug wegnehmen, kurz weinen und wieder lachen.

Dass Frau ihr eigenes Baby am süßesten findet ist klar. Ging mir bei verstohlenen Blicken auf andere Wonneproppen genauso. Ganz klar. Aber ein neun Monate junges Männchen fand ich trotzdem besonders goldig.

Der Zwerg ist zielsicher auf mich zu gekrabbelt, hat sich an mir hoch gezogen, an meinen Schultern fest gehalten und hat mich angestrahlt. Als ich mich mit ihm beschäftigt habe, war Leon gar nicht eifersüchtig. Er ist ebenfalls dazu gekommen und hat den Erdenbürger an meiner Seite fröhlich begrüßt.

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Wir Mamas konnten uns austauschen und das Herz ausschütten, falls wir mit einer Sache überfordert sind oder Fragen haben. Genau wie beim Geburtsvorbereitungskurs waren wir alle im Schnitt Anfang bis Mitte 30 Jahre jung. Unsere Babys zwischen drei und neun Monaten.

Die anderen Mütter haben berichtet, dass ihre Babys alle schon mindestens einmal krank gewesen sind. Leon bis jetzt glücklicherweise noch gar nicht. Vielleicht kommt er ja ohne Schnupfen, Fieber und Co. durch den Winter. Das wäre schön. Allerdings war das bis jetzt wohl reine Glückssache – denn die anderen Mütter haben genau wie ich ihr Baby mit warmer Kleidung, Liebe und Vitaminen versorgt.

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„Inwiefern nimmt Leon eigentlich wahr, dass da so viele andere Babys in seinem Alter sind?“ meinte ich fragend zur Gruppenleiterin. Sie hat mir erzählt, dass Kinder erst mit drei, vier oder fünf Jahren Freundschaften aufbauen und dass deswegen der Kindergarten in diesem Alter sehr vorteilhaft ist.

Als Babys seien sie aber trotzdem lieber zu zweit als alleine auf der Spielwiese. Deswegen seien solche Treffs gut für die Entwicklung. Also freuen wir uns auf nächste Woche. Dann hocken wir wieder in gleicher Runde fröhlich zusammen.

Ein schönes Wochenende von Elischeba