Na, da war ich ja mal wieder sehr blauäugig. Mit zwei Kids im Haus eine Yoga DVD anschmeißen. Das geht ja von vorne bis hinten schief:

der herabschauende Hund

Mama macht einen Buckelrücken und der Mini Chef sieht es als Einladung.

Mamas Rücken ist jetzt eine Straßenbahn fürs Rennauto.

Ähmm…. für ein sehr lautes und schnelles Rennauto. Auf Mama drauf klettern und zusammen mit Mama auf die Yogamatte fallen ist auch ziemlich lustig. Findet Leon.

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Das Baby erwacht verschreckt aus dem Nachmittagsschlaf, schreit kurz, ärgert sich, dass es auf dem Boden geparkt wurde und pennt wieder ein.

das Brett

Mama pfuscht und mildert die Übung ab.

„Mama, du machst das falsch“, bekomme ich umgehend zu hören. Ziemlich altklug klingt mein Sohn gerade.

„Die Frau aus dem Fernseher, die macht das richtig.“

Und dann wird mir ausgiebig erklärt, was diese tolle sportliche Frau aus dem Fernseher alles besser hinkriegt als ich. Aha.

Das Baby meldet sich wieder mit ein paar meckernden Tönen und schläft wieder ein.

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der Schulterstand

Die Stimme aus dem Bildschirm gibt genaue Anweisungen. Beine nach oben und den Kopf jetzt bloß nicht nach rechts oder links drehen.

Sehr witzig. Was soll ich denn machen, wenn der Mini Chef angelaufen kommt und fragt, ob das neue Flüssigwaschmittel zum Trinken gedacht ist?

meditation

die Entspannung

Die Stimme aus dem Bildschirm wird jetzt ganz ruhig und atmet lange aus. Ich soll mich fallen lassen, Arme und Beine weit ausstrecken und in den Boden sinken. Tiefer und tiefer.

„Mama, steh doch wieder auf“

„Mama ist kaputt und braucht gerade Ruhe“

Der Mini Chef springt mit riesigen Augen auf. „Nein! Nein! Mama ist doch nicht kaputt!“

Dann fällt mir ein, dass ich Leon erklärt habe, dass man nicht einfach so, ohne zu gucken, über die Straße rennen darf, weil ein Auto kommen könnte und man sich dann ganz doll Aua macht und kaputt geht.

Das Wort „kaputt“ war also doof gewählt.

„Die Mama möchte schlafen“, beginne ich den Satz erneut.

„Aber die Mama soll nicht schlafen. Die Mama soll wach sein!“ fordert der Prinz des Hauses.

Und damit ich auch so richtig wach werde, strahlt der Knirps mir mit der mega grellen Taschenlampe genau in die Augen.

„Mama, fühlt sich die Lampe heiß an?“

Das Baby fängt an zu schreien und macht deutlich, dass es eine Mama zum Rumtragen braucht, und nicht eine, die bewegungslos auf dem Boden liegt und Yoga macht.

geschwister

Na gut. Lassen wir`s. Irgendwann sind die Kinder aus dem Haus und ich habe ganz viel Ruhe und Zeit. Und dann brauchen sie mich (fast) gar nicht mehr.

Und ich weiß heute schon, dass ich mich dann sogar nach diesem Nachmittag zurück sehnen werde.

Lustig war`s ja. Gelacht habe ich auch viel. Nur entspannt bin ich nicht wirklich.

Was sagt Papa zu all dem? Er hätte eine Frau, die manchmal komische Sachen macht. Zum Beispiel Yoga.

Bye und bis zum nächsten Mal,

Elischeba

Photo Credits:

Yoga-Fotos: Fotografen: Reinhard Berg, Iris Kaczmarczyk – Visagistin: Bianca Schneider – Model: Elischeba Wilde
Kinder-Foto: Fotografin: Elischeba Wilde – Models: Leon & Emily Wilde