Wenige Tage nach meinem positiven Schwangerschaftstest im Juni 2014 kann ich mir absolut nicht vorstellen, dass ich noch mal ein Kind so lieben werde wie den Leon.

Und kurz darauf folgt die Frage: Wie komme ich mit zwei Kindern klar? Wie fühlt sich der Leon, wenn bald ein Baby bei uns wohnt?

Andere Mütter beruhigen mich. Es wäre ihnen auch so gegangen. Selbst wenige Tage nach der Entbindung hätte die ein oder andere noch Zweifel daran gehabt, dass sie es jemals schafft, beide Kids gleich stark zu lieben.

Die Liebe zum Kind ist ein Entwicklungsprozess, den man auch einfach ein bisschen geschehen lassen muss.

Und heute sind diese Mütter mit mehren Kids absolut happy. Und na klar lieben sie ALLE Kinder gleich stark.

FamilieWilde2015Studio
Fotograf: Michael Sommer – Visagistin: Zahra Abrizeh

Was sich ändert? Mehr volle Wäscheeimer, mehr Stress, mehr schlaflose Nächte und mehr Trubel im Haus.

Aber da ist auch einfach noch viel mehr Liebe. Mehr Freude. Mehr Spaß. Mehr Kinderfotos. Die positiven Impulse, die Kids ins Haus bringen, werden verdoppelt oder verdreifacht – je nachdem wie viel Nachwuchs folgt.

Mein Bauchgefühl sagt mir bereits zu Beginn meiner Schwangerschaft, dass ich Leon von Anfang an aufs Geschwisterkind vorbereiten möchte. Ihn voll und ganz mit einbeziehen will. So ist er auch bei einer der ersten Ultraschalluntersuchungen dabei und erfährt von uns, dass wir schauen, wie groß das Baby gerade ist.

Kumpels berichtet er, dass er eine Schwester kriegt, die aber jetzt „noch ganz klein“ ist …

Elischeba Bett Mallorca
Fotograf: Pierre Wilde

In den ersten Wochen helfen mir spezielle Kinderbücher, die Geschichten von Erstgeborenen zeigen, deren Mütter ein weiteres Kind erwarten und die den ganzen Verlauf von Schwangerschaft, Geburt und den ersten Monaten danach zeigen.

Toll ist, dass es in den Büchern nicht nur rosarot zugeht. Eins stellt einen kleinen Jungen vor, der sogar richtig sauer ist, als sich plötzlich „alles“ um die kleine Schwester dreht. Der dann aber durch Gespräche mit den Eltern versteht, warum das manchmal so scheint und dass das nicht böse gemeint ist.

Ich lese Leon daraus vor und berichte ihm, dass er bald auch – wie der Junge im Buch – eine kleine Schwester bekommt. Und dass er dann ganz stolz darauf sein kann, ein großer Bruder zu sein.

Spielplatz Leon 2014
Fotografin: Elischeba Wilde

Eine Psychologin rät, dass man die Erstgeborenen gar nicht erst auf den Thron setzen soll, damit sie später nicht „entthront“ werden können, wenn das zweite Kind da ist.

Den Gedanken kann ich verstehen, sehe das aber persönlich trotzdem anders.

Leon wird sehr verwöhnt und mit Liebe überschüttet – würden wir anders handeln, würden wir uns verstellen. Wir sind dem Charme unseres Kindes nun einfach mal hoffnungslos verfallen 😉

Leon Abendessen
Fotograf: Pierre Wilde

Deswegen rede ich einfach ganz offen mit ihm. Berichte ihm zwischendurch beim Essen, dass bald ein Baby da ist, das noch nicht so viel kann wie er und dass ich mich dann öfter mal mehr um die Kleine kümmern muss.

Aber dass ich ihn trotzdem über alles liebe – genauso wie vorher. Man sagt, dass ein knapp Dreijähriger so etwas noch nicht versteht. Aber ich stelle auch immer wieder fest, dass man ein Kleinkind nicht unterschätzen darf.

Und dann frage ich ihn, was er denn mit seiner Schwester spielen möchte. Was er ihr beibringen will. Wer sich mit seinem ersten Kind – wie ich – bereits unterhalten kann, der hat es natürlich leichter, seinen Schatz aufs Geschwisterchen vorzubereiten, als Eltern, die gleich nach einem knappen Jahr wieder Nachwuchs erwarten.

Leon wird großer Bruder
Fotograf: Michael Sommer – Visagistin: Zahra Abrizeh

Außerdem unterhalte ich mich regelmäßig mit meinem Mann Pierre darüber, dass wir alles versuchen möchten, Leon von Anfang an intensiv mit einzubeziehen, wenn das Baby da ist.

Der Mini Chef geht vormittags in den Kindergarten und verabredet sich nachmittags mit Freunden – und zwar mit Kumpels, wo er der Kleinere ist.

Uns ist das ganz wichtig, dass auch wenn das Baby da ist, ein Teil dieses gewohnten Lebens von ihm weiter geht. Er liebt die Geselligkeit mit älteren Kindern total. Wenn er zu Hause ist, möchten wir versuchen, ihm weiterhin so viel Liebe zu schenken wie bisher.

Erfahrene Eltern raten uns, dass wir regelmäßig mit Leon allein spielen sollten, wenn das Baby schläft und uns dann ganz auf ihn konzentrieren.

Da er ein Papa-Kind ist, überlegen wir, dass mein Mann auch mal mit ihm alleine Ausflüge plant. Dann hat er seinen Papa wieder ganz für sich!

Leon mit seinem Papa
Fotografin: Elischeba Wilde

Trotzdem denke ich, dass man sich auch nicht verrückt machen sollte, wenn man als Eltern einfach mal zu kaputt ist um die Balance zu finden. Das ist menschlich.

Und mit einer gewissen Eifersucht sollte man auch rechnen – das ist eine ganz natürliche Reaktion, die ein bisschen extra Zuwendung bedarf.

Ein absolutes NO GO für alle Eltern: Vergleichen! Jedes Kind ist auf seine Art toll. Ein Individuum.

Wir möchten versuchen, von jedem Kind die Stärken herauszupicken. Es gibt kein Besser oder Schlechter. Es gibt einfach nur ein „anders“ und das ist auch toll so.

rosa Babysachen
Fotografin: Elischeba Wilde

Manchmal kaufen wir für Leon neue Spielsachen und zeigen ihm dann auch, was wir fürs Baby angeschafft haben. Zum Beispiel Strampelanzüge oder Rasseln. Dann hebt der Mini Chef die Sachen hoch und verkündet ganz stolz, dass sie für seine kleine Schwester sind. Goldig!

Ob ich mir gegen Ende meiner Schwangerschaft auch noch Sorgen darum mache, dass ich nicht beide Kinder gleich lieben kann? Nein, viel weniger! Es ist enorm, was die Bewegungen des eigenen Kindes im Körper auslösen können. Und unsere Tochter turnt ziemlich heftig in meinem Bauch herum.

So – wie der Alltag dann in der Realität läuft, werde ich euch bald berichten. Wir sind ja selbst schon ganz gespannt …

Bye und liebe Grüße von Elischeba

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