Wenige Tage vor der Geburt fragen mich Bekannte immer wieder, ob wir uns etwas wünschen oder noch für den kleinen Leon brauchen. Kürzlich habe ich einer Freundin am Telefon gesagt: „Ach, eigentlich brauchen wir nichts mehr – ihr seid ein Geschenk, lasst uns so ein paar Wochen nach der Entbindung einfach mal wieder treffen.“

„Wir möchten euch aber auf jeden Fall etwas schenken“, hat sie leicht energisch geantwortet und fügte hinzu, dass sie irgendetwas kaufen würde, wenn sie nicht wüsste was und dass ich dann vielleicht Sachen doppelt haben könnte.

Elischebas Babybauchshooting mit Andre Plath
Fotograf: André Plath – Visagistin: Irina Huber – Location: Landhotel Beverland

Nun, da nicht nur meine Abonnenten, sondern auch meine Freunde, Familie und Bekannte meine Blogeinträge lesen, dachte ich mir, dass ich darüber etwas schreibe.

Müttern habe ich geantwortet, dass sie auf keinen Fall etwas neu kaufen brauchen. Wer zum Beispiel einen einjährigen Jungen und dadurch schöne Klamotten oder Babyspielsachen übrig hat, der kann mir liebend gern zur Geburt auch etwas Gebrauchtes schenken!

Klar, Matratze, Schuhe und einige andere Dinge erwirbt man neu – aber Kleidung ist doch nach mehrmaligen Waschen noch schadstoffärmer und die Kleinen wachsen da sowieso rascher raus als man gucken kann.

Leons Kinderzimmer Mai 2012
Fotograf: Pierre Wilde

Leon ist im Mutterleib bereits 54 Zentimeter groß – für die Zeit nach der Geburt hat er zahlreiche Kleidung in kleiner Größe, die dann womöglich auch nur ein paar Tage passt. Es wäre also schade, wenn Freunde Babysachen in Größe 50 kaufen und der Wonneproppen die Sachen nur einmal trägt oder bereits nach der Entbindung zu groß dafür ist.

Wie im vorherigen Blogeintrag erwähnt, habe ich eine Menge Sachen auf dem Trödelmarkt gekauft – die Kleidung zum Beispiel von sehr gepflegten und sympathischen jungen Müttern, mit denen ich noch ein nettes Gespräch geführt habe.

Elischeba Wilde mit Malteser Fairtrade cotton
Fotograf: Andreas Wies – Visagistin: Andrea Messing – Model: Elischeba Wilde

Gebrauchte Babysachen zu kaufen ist auch gut für die Umwelt und die bessere Alternative, falls das Budget sonst nur für Läden reicht, bei denen bekannt ist, dass die Ware durch Kinderarbeit in Bangladesch erzeugt wurde. Als Botschafterin von Fairtrade cotton ist es mir wichtig, dass ich Läden unterstütze, welche sich dafür einsetzen, dass die lieben Kleinen in die Schule können. Bildung und Hilfe zur Selbsthilfe sind für die Entwicklungsländer verdammt wichtig.

Nun – zurück zur Frage, was Leon noch braucht. Ich habe noch keine Schuhe gekauft, allerdings braucht Baby Leon – gemäß meinen Recherchen – in den ersten Monaten nur Söckchen. Wenn er dann möglicherweise ab November Schühchen benötigt, so weiß ich nicht, welche Größe er dann hat. Einiges lasse ich eben auch einfach auf mich zukommen.

Geht es um Spielsachen, so finde ich es irgendwie am schönsten, wenn dem Zwerg das Geschenk persönlich übergeben wird – es sei denn, Freunde wohnen weiter weg und wollen gern vorher was schicken.

Der kleine vierjährige Samuel hier auf dem Foto hat Silvester den Gesprächen der Erwachsenen entnommen, dass ich ein Baby erwarte und mir sein Lieblingsbuch für Leon überreicht.

Elischeba mit Samuel
Fotograf: Pierre Wilde

Ich war sehr gerührt, aber gleichzeitig war mir das auch etwas unangenehm. Seine Eltern meinten jedoch, dass ich es annehmen soll, da sie ihr Söhnchen zur Großzügigkeit erziehen. Überhaupt sind Pierre und ich von Samuel und seinem kleinen Bruder Benjamin total angetan.

Das Kinderbuch ist fast doppelt so groß wie Leon und richtig klasse – wenn wir uns beim nächsten Mal mit diesen Freunden und dem kleinen Leon treffen, dann werde ich meinem Söhnchen erklären, von wem das Buch ist. So eine persönliche Verbindung zu Geschenken finde ich sehr schön.

Ökospielzeug aus Holz gefällt mir ebenfalls – auch hier gilt: gern gebraucht. Über kleine Stofftierchen freut sich Leon bestimmt sehr. Zum Beispiel welche, die man oben am Babybett befestigen kann, so dass sie nachts nicht zu nah am Körper liegen und dadurch Erstickungsgefahr im Schlaf droht. Sicher ist es schön, wenn Leon viel zum Gucken hat, wenn er im Bett liegt.

Für große Spielsachen haben wir jedoch leider nur begrenzt Platz. Kinderbücher in Englisch wären auch eine nette Geschenkidee – denn ich möchte Leon daraus vorlesen.

Mein Schatz hat mir zwar mit einem Augenzwinkern gesagt, dass meine Aussprache manchmal nicht richtig ist und ich dem Kleinen Leon Fehler vermitteln könnte, aber es geht ja auch nur um das Gefühl für die Sprache, welches von Vorteil sein kann, wenn er später Englisch in der Grundschule lernt. Durch meine goldige Nichte Celine weiß ich, dass heute im dritten Schuljahr damit begonnen wird.

Elischeba mit Pierre in New York
Fotograf: Remi Cassini – Location: Grand Central Station (NYC)

Das Kinderzimmer ist seit einigen Tagen komplett fertig – es ist so richtig frisch und farbenfroh eingerichtet. Manchmal schaue ich auf die ersten Spielsachen und Stofftierchen im Regal und denke mir: Eigentlich haben wir das auch ein bisschen für uns gekauft. Tja, wer Mama oder Papa wird, der wird eben auch immer wieder selbst ein bisschen zum Kind.

Bis zum nächsten Mal, ein schönes Wochenende und liebe Grüße von Elischeba