„Bist du sicher, dass da nur ein Kind drin ist?“, scherzt ein Bekannter beim Blick auf mein Babybäuchlein. Im neunten Monat wächst nicht nur die Spannung – ich trage jetzt eine gewaltige Kugel vor mir her. Schaue ich auf kleine Kinder, so wächst die Vorfreude.

Im Großen und Ganzen sprudele ich vor positiver Energie über, aber manchmal bin ich auch plötzlich schlapp und erledigt – da hilft nur die Couch und etwas Ruhe. Mein Schatz Pierre mag es, dass ich noch anhänglicher und sensibler bin als sonst.

Elischebas Babybauchshooting mit Stefano Laura
Fotograf: Stefano Laura – Visagistin: Zahra Abrizeh

Im Restaurant bestelle ich aus Tierliebe ein vegetarisches Gericht und stürze mich dann wie ein Raubtier auf das Steak meines Mannes. Generell habe ich noch mehr Heißhunger auf Kohlenhydrate und Süßes – aber nicht nur auf dunkle Schokolade und Kekse – glücklicherweise auch auf Obst und Trockenfrüchte. Undiszipliniert wie ich nun mal bin, gebe ich meinen Gelüsten auch gerne nach.

Während dem Musical „Hinter dem Horizont“ in Berlin kommen mir die Tränen – als Schwangere berühren mich die Lieder in Verbindung mit den Originalaufnahmen vom Mauerbau und Mauerfall noch mehr. Und als die Hauptdarstellerin singt, dass sie sich mit ganzem Herzen für das eigentlich nicht geplante Kind entscheidet und sich auf sein Lachen freut, da muss ich noch mehr heulen. Ich mag die Texte von Udo Lindenberg!

Faitrade Award Elischeba Wilde Anke Engelke calebs hill
Fotograf: Pierre Wilde

Als ich beim Fairtrade Award in Berlin mit Anke Engelke auf der Bühne von meiner Schwangerschaft berichte, fängt der ganze Saal an, wie wild zu klatschen und zu gratulieren. Gehe ich zum Wochenmarkt, brauche ich fast doppelt so lang wie früher. Nicht, weil ich mich schwerer fortbewegen kann, sondern weil von allen Seiten so herzlich gefragt wird, wie es mir geht und was das Baby macht.

Schließlich ist es nicht mehr zu übersehen, dass ich eine Mutter in spe bin. Als ich später beim Einkaufswagen lange nach einem Euro suche, hilft mir eine wildfremde Frau aus und sagt: „Hier, den schenke ich Ihnen“. Mir völlig unbekannte Leute fragen mich auf der Straße wie weit ich bin. Die erhöhte Aufmerksamkeit der Mitmenschen ist unglaublich.

Elischeba und Pierre im Sandals Whitehouse - Jamaika
Fotograf: Hotelfotograf – Location: Sandals Whitehouse (Jamaika)

„Ist das nicht krass, dass wir in weniger als vier Wochen für immer ein Kind haben?„, frage ich meinen Schatz Pierre am Wochenende nachdenklich. Zugegeben, der Gedanke weckt in mir auch ein bisschen Unsicherheit. Aber das ist sicher völlig normal. Ich werde bestimmt häufig etwas hilflos sein, aber in erster Linie sehr glücklich.

Am 14. April 2012 besuche ich Martina Böddicker in ihrem Laden Pretty Mom in Ahaus. „Boa, seit Ende Februar ist dein Bauch ja gewaltig gewachsen“, stellt sie fest und reicht mir einen Outfit-Vorschlag für mein nächstes Shooting.

Anprobe bei prettymom in Ahaus
Fotograf: Pierre Wilde

„Hey, ich wusste gar nicht, dass es sogar für meine langen Beine Röhren-Umstands-Jeans gibt“, gestehe ich staunend bei der Anprobe. Die Brünette hat in einer gynäkologischen Praxis gearbeitet und findet, dass mein Bauch so aussieht, als hätte sich das Kind noch nicht gedreht. „Manchmal passiert es, dass sich das Baby gar nicht mit dem Kopf nach unten dreht, dann wird häufig zwei Wochen vor dem Entbindungstermin ein Kaiserschnitt geplant“, erklärt sie mir.

Auf einmal klopft mein Herz etwas schneller als zuvor. Zwei Wochen vor dem Entbindungstermin? Das wären ja nur noch 14 Tage. Ach du Schreck! Mein Mann fügt hinzu, dass er eine natürliche Geburt schöner fände.

Entwarnung gibt es am 16. April 2012 von Frau Dr. Noldes in Velen. Beim Ultraschall erklärt sie mir, dass der kleine Leon bereits mit dem Kopf in Richtung Muttermund gesenkt ist – trotz meines optisch sehr angehobenen Bauches. Die äußerst herzliche Ärztin zeigt mir dann, dass mein Baby gerade am Trinken ist. Beim genaueren Hinschauen erkenne ich es selber. Wie süß ist das denn?

baby_trinken_mutterleib
Ultraschallbild vom April 2012

Außerdem werde ich jetzt alle zwei Wochen an einen Wehenschreiber (CTG) angeschlossen. Wow! Mein Körper übt schon einmal welche zu produzieren – der kleine Leon stellt sich immer mehr auf die Geburt ein – er will bald zu Mama und Papa. Die Prozedur dauert eine knappe halbe Stunde – die gesamte Zeit höre ich die Herzfrequenz meines Söhnchens.

Am Donnerstag werde ich mit einer Freundin zum Krankenhaus nach Coesfeld fahren – zwecks Geburtsvorbereitung. Ich bin gespannt darauf, was mich erwartet. Außerdem freue ich mich darüber, dass Herr Dr. med. Klaus-Dieter Jaspers – der Chefarzt mit dem Schwerpunkt Geburtshilfe und Pränataldiagnostik – das Gespräch leitet. Ihn habe ich bereits bei der Kreißsaalführung im Februar 2012 kennen gelernt und hoffe, dass er auch am Tag der Geburt gerade Dienst hat. Ich mag seine erfahrene Art und die Ruhe, die er ausstrahlt.

Leons Zimmer im April 2012
Fotografin: Elischeba Wilde

Unser Kinderzimmer wird auch immer wohnlicher – circa zwei Wochen vor dem Entbindungstermin wird wohl alles fertig sein. Hier gibt es den aktuellen Stand zu sehen – der Parkettboden bringt Wärme, die grüne Wandfarbe steigert das Wohlbefinden und in den riesigen weißen Schrank passen auch noch die High Heels der Mama mit rein. Außerdem sind darin schon eine Menge Anziehsachen und Spielzeug verstaut. Babysachen einzukaufen macht grad eben mehr Spaß als Schuhe und Handtaschen shoppen!

Meine Einkäufe für die Erstausstattung gibt es in einem späteren Blogeintrag zu entdecken. Bis dahin alles Liebe von der langsam nervös werdenden

Elischeba