15. September 2011: „Mama knurrt ständig der Magen, sie hat kaum noch Zeit zum Essen.“ Au Weia. Auf diesen Spruch schaue ich, als ich im Wartezimmer sitze. Wo ich einen Tag zuvor erfahren habe, dass ich jetzt schwanger bin. Plötzlich und unerwartet.

Keine Zeit mehr zum Essen? Man sagt mir nach, dass ich ein liebes Mädel bin – außer, wenn ich Hunger habe. Dreimal am Tag brauch ich mindestens was. Nicht einen Snack, sondern etwas Richtiges. Die Aussicht „kaum noch Zeit zum Essen“ erscheint mir wenig verlockend. Aber eins muss ich ja sagen, das Baby auf dem Plakat ist zuckersüß. Wahnsinn – ist es wirklich wahr, dass mich bald auch so ein Wurm anlacht, der nun in meinem Bauch entsteht? Das ist richtig rührend.

ultraschallfoto

Bei den ersten zwei Frauenarztterminen muss ich lange warten und bekomme jedes Mal Blut abgenommen. So richtig spannend ist das Ultraschallbild – darauf bin ich total scharf. Als ich es dann sehe, ist das alles irgendwie ein bisschen irritierend, da ich noch nicht lange weiß, dass ich schwanger bin.

So unheimilch und aufregend schön zugleich. „Frau Wilde, Sie haben Glück, mit 35 Jahren werden Frauen nicht mehr so schnell schwanger.“ Na, vor allem nicht dann, wenn sie verhüten, denke ich mir innerlich. Dann lächele ich in mich hinein und überlege mir, dass ich sowieso keine alltägliche 35-jährige bin.

babyimbauch

27. September 2011: Zu Hause öffne ich immer wieder meinen Mutterpass und hole die Ultraschallbilder heraus. Mein Schatz freut sich bereits im Büro darauf, die „Fotos aus dem Bauch“ zu sehen. Obwohl zwischen den zwei ersten Untersuchungen eine Woche liegt, erscheint es mir auf dem Ultraschallbild so, als hätte sich die Größe unseres Babys innerhalb einer Woche verdoppelt. Na ja, ich bin eben ne gute Esserin.

Dann gucke ich mir noch mal meine Unterwasserfotos an. Sie sind entstanden, als ich bereits schwanger war und es noch nicht wusste. Da bin ich nichtsahnend mit großem Meerjungfrauschwanz und rotem Lederanzug samt High Heels abgetaucht.

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Anschließend schaue ich auf meinen Bauch. Tja, liebes Baby. Du wächst von Anfang an etwas unkonventionell auf. Du wirst aber ganz viel Liebe bekommen!