Die eine von euch mag es cool finden. Die andere besorgte Mutter ein bisschen unvernünftig. Wie auch immer – heute bin ich mit Kleinkind alleine nach Ibiza geflogen. Abenteuerlich und aufregend. Hier gibt es meine Erfahrungen:

Mit Leon, meiner Handtasche und dem Kinderwagen fahre ich mit dem Zug zur Arbeitsstelle meines Mannes Pierre, der meinen großen Koffer, mein grünes Kosmetiketui und meinen Rucksack bereits im Auto verstaut hat. Seine Mittagspause opfert mein Schatz dafür, um uns zum Flughafen nach Düsseldorf zu bringen und muss dann schweren Herzens direkt weiterfahren. Wie gern würde er einfach mitkommen – aber die Arbeit ruft.

Da es noch zu früh zum Einchecken ist, suche ich mir erst einmal einen Wickelraum. Gefunden – direkt neben den regulären Waschräumen. Er ist schön geräumig, aber äußerst steril und die Unterlage eiskalt. Kleiner Tipp: ein Handtuch dabei zu haben, ist vorteilhaft. Ich lege mein Söhnchen auf meine Strickjacke.

abflug

Wenn euer Kleinkind unter zwei Jahre jung ist, dann kann es bei vielen Fluggesellschaften auf dem Schoß der Eltern kostenlos mitreisen. Auf dem Hinflug fliege ich mit Condor und zurück mit Air Berlin. Als wir unser Gepäck aufgeben, bin ich ganz gespannt auf das Gewicht meines großen Koffers. Ups. 25 Kilo. Das ist auf dem Hinweg kein Problem, da wir bei Condor pro Nase 20 Kilo Freigepäck haben und die ungleichmäßig auf die Koffer verteilen dürfen.

Bei Air Berlin dagegen sind die Regeln aktuell anders. Leon und ich haben dort jeweils 23 Kilo frei. Gemäß meinem Telefonat mit der Fluggesellschaft muss ich jedoch bereits bei einem Kilo mehr 50 Euro Übergepäckgebühr zahlen. Dann hoffe ich mal, dass auf dem Rückflug Windeln und Feuchttücher aufgebraucht sind, damit das Gewicht passt. Glaubt mir – ich hätte auch 100 Kilo verbraten können. Ihr kennt das sicher.

Herrliches Gefühl, wenn die Koffer aufgegeben sind und man sich gleich leichter fühlt. So – jetzt erstmal was essen gehen. Sandwich fürs Baby und Sushi für die Mama.

kiddie

Danach soll sich Leon noch mal ein bisschen austoben und da hab ich gleich einen schönen Tipp für euch: Fahrt doch vor dem Abflug in Düsseldorf noch mal mit dem Aufzug runter zur Ankunft. Dort gibt es ein tolles Spielparadies, wo eure Kids gleich auch kleine Kameraden finden. Ob Rakete oder Bus zum Reinklettern – im Kiddieland ist immer was los.

duekiddieland

Bei der Gepäckkontrolle bekomme ich eine Menge Komplimente für meinen strahlenden Leon – welche Mutter ist da nicht ganz hin und weg. Klasse: Den Buggy darf ich behalten, bis ich direkt vor dem Flugzeug stehe – er wird bei der Gepäckkontrolle auch einzeln durchgecheckt. Selbst mein Baby wird gemustert. Alles gut – Leon ist flugtauglich. Und die Mama auch. Also kann der Spaß beginnen.

Kurz vor dem Eintreten ins Flugzeug heißt es dann: Buggy zusammenklappen und in eine riesige Folie stecken. Weil Leon davon rennen will, helfen mir zwei junge Männer vom Condor Team dabei, den Buggy in die XL Folie zu stecken. Ab in den Bauch der Maschine damit. Dankeschön!

flugzeugbaby

Wenn ihr euer Kleinkind auf den Schoß nehmt, dann erhaltet ihr von der Stewardess einen Babygurt, den ihr an eurem befestigt. Klappt super und Leon fühlt sich auch nicht eingeengt. Allerdings greift sich mein kleiner Schatz direkt die Flasche, die für den Start vorgesehen war. Ich nehme sie ihm vorsichtig weg und erkläre ihm, dass er sein Getränk für den Druckausgleich benötigt, da Schlucken eventuellen Ohrenproblemen vorbeugt.

trinken

Au Weia. Als wir in die Höhe gelangen, hat Leon keinen Bock mehr zum Trinken. Als er noch gestillt wurde, da war das einfacher. Das ist heute seine dritte Flugreise, aber die erste ohne Muttermilch. Aber Mama hat sich umsonst gesorgt. Leons Ohren machen das prima mit. Genaues Planen mit Kindern könnt ihr eh vergessen.

Och wie süß – allen anwesenden Kids wird ein Malblock mit Buntstiften und Spitzer gereicht. Da haben wir ja was Schönes zu tun.

malen

Wir haben ein Riesenglück, dass der Platz neben uns frei ist. Nach dem Start schnalle ich Leon ab und er kann etwas toben. Der kleine Schelm nimmt charmant zu den Leuten vor, hinter und neben ihm Kontakt auf und bringt alle zum Lachen. Mama gleich mit. Aber plötzlich ist der Kleine weg. Hilfe. Unter dem Sitz verschwunden und rennt Richtung Pilot. Dann greift er einem Passagier an die Waden und strahlt ihn an. Die Gäste lachen und Mama fängt den kleinen hellblonden Wildfang wieder ein.

charmant

Der Mann vor uns gibt Leon eine leere Sektflasche zum Spielen – davon ist mein Wonneproppen hellauf begeistert. Wir bekommen von der Stewardess beide ein Käsesandwich – Leon verputzt ein halbes und Mama anderthalb. Für Flugzeugessen ist das qualitativ absolut in Ordnung, finde ich.

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Bei der Landung das Gleiche. Auf Trinken hat Leon keinen Bock. Was bin ich erleichtert, dass seine Ohren das trotzdem mitmachen. Ihr kennt das sicher auch: Bei Start und Landung hört man immer irgendeinen Säugling schreien, der einem total leid tut. Leon ist im Flugzeug richtig quietschfidel – fast ein bisschen aufgedreht, bei all den neuen, abenteuerlichen Eindrücken und vielen Leuten. Zuhause kann Mama so ne Action nicht bieten.

flieger

Können SIe bitte das Flugzeug verlassen? Der Bus unten wartet schon. Ich bin die Letzte, da wir unsere Sachen überall verteilt haben und ich nicht wie beim ersten Flug alleine mit Baby etwas vergessen möchte. Dann geht`s zur Gepäckausgabe.

Kennt ihr das erleichternde Gefühl auch, wenn der eigene Koffer da ist? Ich habe es mal erlebt, dass der drei Tage später geliefert wurde und gerade wir Frauen brauchen doch unser gewohntes Zeug fürs Bad und unsere eigenen Klamotten.

Zuerst wackelt das grüne Kosmetikköfferchen übers Band und wenig später kommt mein großer blauer Rimowa Koffer an. Der Kinderwagen ist auch schon da – nach all den Eindrücken pennt Leon darin sofort ein. Jetzt heißt es: Taxi suchen. Wohin geht es überhaupt? Was kostet der Spaß? Das erfahrt ihr die nächsten Tage auf meinem Reiseblog.

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Bleibt dran und ganz herzliche Grüße aus Ibiza von Elischeba und Baby Leon.