Meine neue Serie beschäftigt sich mit tollen Müttern, die ebenfalls bloggen. Sonja hat mich bewegt. Beim Lesen ihres Blogs musste ich weinen.

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Sie hat eine ihrer Töchter mit vier Monaten aufgrund einer seltenen Knochenkrankheit verloren. Trotzdem geht sie dankbar durchs Leben. Und ist im Jahr 2013 erneut Mama geworden. Hier kannst du mein Interview mit ihr lesen:

Elischeba: Liebe Sonja, beim Lesen deines Blogs kamen mir die Tränen. Du hast das erlebt, wovor wir Mütter alle die größte Angst haben. Und du sprichst trotzdem von Dankbarkeit. Wieso kannst du trotzdem noch so positiv sein?

Sonja: Dass wir so gut mit der Krankheit und dem Tod unseres Mini-Mädchens umgehen konnten und können, erleben wir als großes Geschenk. Wir haben sehr früh in der Schwangerschaft erfahren, dass unsere zweite Tochter sehr krank ist und haben uns entschieden, dass sie so lange leben soll, wie sie es kann.

In der ganzen Zeit der Schwangerschaft und ihres kurzen Lebens haben wir viele Höhen und Tiefen miterlebt. Wir sind sehr traurig, dass wir sie nur kurz kennen lernen konnten und nicht erleben können, wie sie aufwächst und sich entwickelt.

Aber wir sind sehr glücklich, dass wir Zeit mit ihr haben durften, dass wir bei ihr waren, als sie gestorben ist und wir sind dankbar für so viele Kleinigkeiten, die uns in dieser Zeit widerfahren sind. Und schließlich sind wir positiv, weil wir wissen, dass wir unsere Tochter nicht verloren haben, sondern sie irgendwann wiedersehen werden.

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Elischeba: Liebe Sonja, das ist so schön, dass ihr das geschafft habt, denn ich kann mir gut vorstellen, dass man an solch einer Erfahrung auch zugrunde gehen kann. Wie kannst du Eltern von Sternenkindern oder denen, die ihr geliebtes Kind wenige Monate nach der Geburt verloren haben, helfen?

Sonja: Ich erlaube mir nicht, jemandem helfen zu können, der so etwas erleben muss. Jeder Verlust ist eine neue Geschichte, jeder erlebt sie anders. Ich habe unsere Geschichte aufgeschrieben, weil das Leben eben nicht immer positiv ist und dieses Erlebnis gehört zu unserer Familie dazu.

Trotzdem hat es uns nicht zerbrechen lassen. Ich habe auch versucht, darüber zu schreiben, was uns in dieser Situation geholfen hat: Offenheit: Wir sind von Anfang an sehr offen mit der Situation umgegangen. Familie, Freunde, Bekannte, Nachbarn wussten, dass wir ein krankes Kind erwarten.

In einem privaten Blog konnten sie verfolgen, wie es gerade bei uns aussieht. Hilfe: Immer da, wo wir uns danach fühlten, haben wir Hilfe in Anspruch genommen. Wir haben die Ärzte gelöchert, hatten Hilfe bei Papierkram und bei der Frage, wie viel Medizin wir für unser Mädchen möchten.

Geholfen haben uns neben den Ärzten und Schwestern auch Beratungsstellen, Seelsorger und eine Psychologin. Verantwortung: Natürlich konnten wir im Krankenhaus nicht die volle Pflege unserer Tochter übernehmen und waren auf das Wissen und Können von Ärzten und Schwestern angewiesen. Trotzdem waren wir so viel wie möglich daran beteiligt und die letzte Entscheidung darüber, was wir wollen und was nicht, haben mein Mann und ich gemeinsam getroffen.

Wir haben entschieden, dass das Mini-Mädchen so lange leben soll, wie sie es schafft, dass wir nicht alles für sie wollen, was medizinisch möglich ist und schließlich, wie wir sie beerdigen wollen und dass sie zu Hause bei uns sterben darf. Und schließlich hat uns das Wissen darum geholfen, dass unser Mini-Mädchen nun in den besten Händen ist, die es nur gibt.

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Elischeba: Du bist nicht nur leidenschaftliche Mutter, sondern arbeitest auch noch als Coach. Wie kriegst du das alles unter einen Hut?

Sonja: Das Coaching mache ich ja freiberuflich. Da kann ich selber entscheiden, wann und wie viel ich arbeite. Da gerade unser kleinstes Mädchen geboren wurde, arbeite ich momentan gar nicht.

Arbeiten mit Kindern erfordert aber viel Organisation und darin bin ich glücklicherweise sehr gut! Ich arbeite sehr gerne und brauche die Abwechslung. Allerdings merke ich, dass ich mir auch Zeiten für mich schaffen muss, um nicht auszubrennen. Das fällt mir eher schwer! 😉

Elischeba: Herzlichen Glückwunsch nachträglich! Was findest du – als Mama und erfahrener Coach – am wichtigsten für ein glückliches und erfülltes Familienleben?

Sonja: Das Wichtigste für ein glückliches und erfülltes Familienleben ist für mich, ehrlich mit sich zu sein und die eigenen Bedürfnisse (als Frau und Mann bzw. als Paar) zu erkennen, ohne die individuellen Bedürfnisse der Kinder aus den Augen zu lassen.

Daraus ergibt sich fast automatisch der Lebensstil, der zu unserer Familie passt. Das bedeutet aber auch, dass ich mich nicht von scheinbaren äußeren Maßstäben und Meinungen verunsichern lasse. Wir entscheiden, was gut für uns ist und machen uns nicht so viele Gedanken darüber, was andere davon halten.

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Elischeba: Klasse, liebe Sonja. Deine Blogs enthalten herrliche Fotos – absolut farbenfroh, kreativ, gestochen scharf und alle sehr gelungen. Wie bekommst du die so schön hin?

Sonja: Vielen Dank für das Kompliment! Das Fotografieren ist ein Nebenprodukt zum Blog. Angefangen habe ich mit Coachingposts. Aber da ein Post ohne schönes Bild langweilig ist, habe ich mit dem Fotografieren begonnen.

Nach und nach hat es mir immer mehr Freude gemacht schöne Bilder zu machen und diese zu bearbeiten. Ich habe übrigens keine besondere / besonders gute Kamera und kein aufwändiges Bearbeitungsprogramm, aber das kann ja noch kommen…

Model-und-Mama.de dankt Sonja ganz herzlich fürs Interview – hier geht`s zur Website von Sonja