Nee das ist jetzt ein Witz, oder? Als mir der Kinderarzt erklärt, dass Leon mich nach 14 Tagen Abwesenheit beinahe komplett vergessen könnte, da wird mir ganz anders.

Aber fünf Tage seien nicht viel anders als 24 Stunden ohne Kind. Ein Baby hätte noch kein so ausgeprägtes Zeitgefühl wie wir Erwachsenen.

trinken

Anfang Mai 2013 kommt die Anfrage: Ob ich als Journalistin, Moderatorin und Model fünf Tage für das SeaStar Tauchsport Magazin nach Gran Canaria reisen könnte.

Genau zu dem Zeitpunkt, wo mein Mann Pierre seine zweite vierwöchige Elternzeit geniesst. Die prompte Antwort von meinem Schatz überrascht mich: Klar. Mach das doch. Ich fände so ein paar Papa-Sohn-Tage mal richtig abenteuerlich.

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Leon liebt seinen Papa sehr. Papa ist geduldig, beschäftigt sich an freien Tagen ausgiebig mit ihm und tobt richtig schön wild. Für mich ist es herrlich, die zwei zusammen zu beobachten. Ein stimmiges Bild.

Ich weiß, dass es Leon an nichts fehlen wird, also steige ich am 29. Mai 2013 in den Flieger. Der gesamte Anreisetag ist total hart. Ständig sehe ich süße Babys. Lachende Kleinkinder. Hochstühle hier. Kinderwagen da. Als ich noch kinderlos war, wäre mir das alles gar nicht so sehr aufgefallen. Jetzt schaue ich mich um und habe irgendwie nix anderes im Kopf. Leon, wie geht`s dir? Leon, was machst du gerade?

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Doch sobald das äußerst straffe Programm ab dem zweiten Tag losgeht, wechseln meine Gedanken. Ich weiß, dass zu Hause alles bestens läuft. Leon lacht viel und Papa kümmert sich fürsorglich.

Während seinem Schachturnier ist unser Wonneproppen bei lieben Freunden untergebracht, die zwei Kids im Alter von drei und fünf Jahren haben und sich bestens kümmern. So gut, dass wir uns von denen in Sachen Kindererziehung noch etwas abgucken können.

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Als Pierre den Leon dort abends wieder abholen möchte, ist der Kleine im ersten Moment fast schon was zerknirscht. So viel Spielzeug, so tolle Unterhaltung und zwei goldige kleine Spielgefährten. Und Mama scheint Leon mehr zu vermissen als Leon die Mama.

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Doch auf einmal genieße ich meine Freiheit. Nachdem ich eine Nacht alleine im Hotelzimmer doch ganz gut überstanden habe. Ein paar Tage ein anderes Leben führen. Über andere Dinge sprechen. Und ich bin glücklich über meine Entscheidung.

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Mamas geben viel Liebe, Mamas sind ultrawichtig. Aber Mamas können ruhig auch Frau bleiben, ihre Identität behalten und hin und wieder das tun, was vorher auch schon alleine Spaß gemacht hat.

Denn Kinder wollen keine perfekten Eltern. Kinder wollen auch keine Eltern, die sich verbiegen. Kinder wollen glückliche Eltern. Authentisch. Ehrlich. Immer ohne Baby unterwegs zu sein, wäre traurig. Aber hin und wieder ist das doch völlig in Ordnung.

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Am letzten Tag bekomme ich eine innere Unruhe. Jetzt soll die Zeit bitte ganz schnell vergehen. Auf einmal kann ich es gar nicht mehr abwarten, den Leon wieder in meine Arme zu nehmen. Yuhu – mein Gepäck ist da und ich kann zum Ausgang des Düsseldorfer Flughafens laufen. Ich renne dorthin. Wie ein kleines Kind.

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Leon guckt mich erst mal etwas verdutzt an. Kein Wunder – bei der total überdrehten Mama, die da vor ihm steht und ohne Ende vergnügt los babbelt. Aber dann strahlt er mich an. Aus vollem Herzen. Und ich drücke ihn an mich und fühle mich wie die glücklichste Mutter der Welt.

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Wann seid ihr das erste Mal ohne Kind unterwegs gewesen? Und wie war´s?

Ich freue mich auf eurer Feedback und sende euch ein paar sonnige Grüße.

Meine Filme, Fotos und Erfahrungsberichte aus Gran Canaria gibt es auf meinem Reise– und Beautyblog.

Alles Liebe von Elischeba