Zu Hause bleiben oder arbeiten gehen? Es gibt kaum ein Thema, das Mütter so emotional diskutieren.

Rasch werden Schubladen aufgestellt. Wer Kinder unter drei Jahren „abgibt“, ist eine Rabenmutter. Wer zu Hause bleibt ist faul.

Dabei haben wir alle unser Päckchen zu tragen. Letztendlich kommt es darauf an, dass wir einen Weg finden, der zu uns passt.

Ich zeige euch heute die Herausforderungen der Mütter. Dafür habe ich sowohl berufstätige Eltern als auch Hausfrauen befragt.

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Fotograf: Olaf Habig
  • Mütter, die nicht berufstätig sind

Ich kenne eine Mutter, die ganz „klein“ wird, wenn man sie nach ihrem Beruf fragt. Sie entschuldigt sich dafür, dass sie sich „nur“ um ihre Kinder kümmert.

Wer seine Kinder zu Hause betreut, leistet wertvolle Arbeit. Das mag anstrengender sein als ein Vollzeitjob. Wickeln, stillen, Mund abwaschen, Streit schlichten, Essen kochen oder Lego spielen.

Langweilig wird es nicht. Manchmal frage ich mich, wie meine Mutter das geschafft hat. Wir waren – in meiner Heimatstadt Köln – nicht im Kindergarten. Es gab auch keine Oma in der Nähe. Meine Mutter hat uns mit zum Einkaufen genommen und geputzt, wenn wir zu Hause waren.

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Fotografin: Elischeba Wilde

Es ist keine niedrigere Arbeit bei den Kindern zu sein. Also liebe Mamis, die ihr nicht berufstätig seid: macht euch nicht klein. Ihr seid super!

  • Mütter, die arbeiten möchten, aber keine passende Stelle finden

Es muss frustrierend sein, wenn eine gut ausgebildete Mutter keinen Job findet. Weil die Öffnungszeiten der KiTa nicht zur Arbeitsstelle passen. Oder weil ein Chef keine Lust auf Arbeitsausfall wegen „kranker Kinder“ hat.

Ich wünsche diesen Müttern, dass sie rasch eine Lösung finden.

  • Mütter, die arbeiten müssen, aber nicht wollen

Diese Mütter tun mir leid. Ich kenne Alleinerziehende, die acht Stunden am Tag im Büro sitzen. Sie denken jede freie Minute an ihre Kinder. Auch schlecht bezahlte Berufe führen dazu, dass beide Elternteile in Vollzeit ran müssen. Diesen Eltern wäre mit gerechter Vergütung mehr geholfen als mit Ganztagsschulen.

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Fotograf: Pierre Wilde
  • Mütter, die freiwillig ganztags arbeiten

Der Mann verdient genug und seine Frau geht trotzdem ganztags arbeiten. Weil sie gern Karriere macht. Oder weil ihr Beruf sie ausfüllt. Heißt das, dass sie ihre Kinder weniger liebt? Nein.

Ich kenne engagierte Business Mamis, die ihre Kleinen vergöttern. Natürlich plagt diese Mütter ein schlechtes Gewissen. Weil sie tolle Momente mit ihren Liebsten verpassen.

Die Probleme machen die anderen. Diese Mutter muss sich anhören wieso sie überhaupt Kinder in die Welt setzt.

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Fotograf: André Plath

Ich sage dazu: Hey – wenn sich alle dabei wohl fühlen – wieso nicht? Kindergärten bieten einen hohen Spaßfaktor und die Abendzeit kann kuschelig sein. Wenn eine Haushaltshilfe nach dem Gröbsten schaut, dann ist der Stress zu Hause halb so wild.

  • Mütter, die Teilzeit arbeiten

Klingt erstmal super. Hat aber einen Nachteil: von Teilzeitkräften wird oft verlangt, utopische Mengen an Arbeit in wenig Zeit zu schaffen. Vom Büro hetzt sich diese Mutter zum Kindergarten.

Eine Mutter, die Teilzeit arbeitet, hat oft das Gefühl, dass sie niemanden gerecht wird. Nachmittags beschäftigt sie sich mit ihren Kindern und hat Berge an Wäsche. Halbtags arbeiten hat Vorteile – komplett abschalten ist allerdings schwer.

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Fotograf: André Plath – Visagistin: Zahra Abrizeh
  • Mütter, die freiberuflich arbeiten

Selbst die Arbeitszeiten bestimmen. Von zu Hause aus arbeiten. Klingt herrlich. Ist es auch. Der Nachteil: man sitzt oft abends am Rechner, weil man tagsüber auf dem Wochenmarkt Fisch gekauft hat. Oder weil man eine Stunde gebügelt und zwei Stunden geputzt hat. Privatleben und Business vermischen sich.

Über meine Tätigkeit als Mama Bloggerin habe ich dir hier geschrieben. Freiberuflich arbeitende Mütter wissen häufig nicht, wie ihre Auftragslage im nächsten Monat ist. Du hast ein hohes Risiko und wenig Sicherheit. Dafür eine große Portion Freiheit.

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Fotograf: privat

Was haben alle Mamis gemeinsam? Stress, ein schlechtes Gewissen, Vergleiche, das Gerede von anderen und Erschöpfüng. Aber auch die Liebe zu ihren Kindern.

Wenn wir das nächste Mal darüber urteilen, dass die Nachbarin XXX faul ist, weil sie die Kinder zu Hause betreut, oder dass Freundin XY karrieregeil ist, dann halten wir doch kurz inne.

Und denken daran, dass jede von uns ihr Bestes gibt. Unsere Kleinen passen sich an. Sie können zu Hause genauso glücklich sein wie im Kindergarten. Also – alles halb so wild.

In welcher Situation befindest du dich? Bist du damit zufrieden?

Freu mich riesig auf dein Feedback.

Bis bald,

Elischeba