Wie kann man sich eine Mutter-Kind-Kur vorstellen? Eine Bekannte, die wenige Monate vor mir das Vergnügen hatte, klärt mich auf: „Elischeba, eine Mutter-Kind-Kur ist weder Urlaub noch Krankenhaus. So etwas dazwischen.“

Aha. Urlaub ist echt super. Krankenhaus ziemlich doof. Wenn so eine Kur „irgendetwas dazwischen“ ist, dann wird der Aufenthalt „in Ordnung“ sein. Aber nicht mehr. Oder doch?

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Fotografin: Elischeba Wilde

Nun bin ich seit einer guten Woche mit meinen beiden Kids hier in Rerik an der Ostsee zur Kur. Wie es mir gefällt? Lassen wir doch zuerst den Mini Chef zu Wort kommen. Jeden Abend telefoniert der Kleine mit Papa. Und jeden Abend läuft das Gespräch erstmal ungefähr so ab:

Pierre: „Und, was hast du heute erlebt, Leon?

Mini Chef: „Boa, Papiiii, da sind heute riiiiesige Dinosaurier in unsere Unterkunft eingebrochen. Mama und ich haben die besiegt und Emily beschützt. Während wir jetzt gerade telefonieren, sehe ich hier einen großen Dinosaurier durchs Fenster gucken. Der hat Hunger und frisst Menschen. Hier gibt es auch Dinosaurier im Meer.“

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Fotografin: Elischeba Wilde – Model: Leon Wilde

Nun ja. Die Ostsee scheint die Fantasie der Kinder zu beflügeln. Gehe ich auf den schönen Balkon unseres Appartements 403 im bunten Haus, werde ich allerdings tatsächlich von fliegenden Lebewesen lautstark attackiert.

Es sind allerdings „nur“ Möven. Und die finde ich ziemlich cool. Tolles maritimes Feeling.

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Fotografin: Elischeba Wilde

Und wenn ich im circa 17 Grad warmen Meer schwimme, dann stoße ich wirklich ständig mit Tieren zusammen. Du könntest hier echt fast an „Dinosaurier im Meer“ glauben.

Aber es sind lediglich Quallen. Bisschen glitschig, aber nicht wirklich schlimm. Keine, die weh tun. Das ist eben Natur.

Shooting mit Emily und Elischeba im Salzhaff
Fotograf: Emiliano Leonardi – Models: Emily & Elischeba Wilde

Für ein Krankenhaus ist es hier viel zu schön. Für einen Urlaub ein bisschen zu durchorganisiert. Hotelzimmer sind häufig auch gemütlicher als Unterkünfte in Kurkliniken. Und in Hotels reicht es, die Hände vor dem Essen zu waschen. Desinfizieren ist nicht notwendig – hier dagegen schon.

Trotzdem gilt: Wir fühlen uns hier pudelwohl. Und bekommen reichlich zum Essen. Was auch gut ist. Denn die Ostsee macht – zumindest uns – richtig hungrig. Aber aufs Buffet gehe ich später noch ein.

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Fotografin: Elischeba Wilde – Model: Emily Wilde

Jede Patientin bekommt hier einen Terminplan mit bis zu vier Kurmaßnahmen pro Tag. Ich finde, dass die meist mächtig viel Spaß machen und eine Menge Inspirationen für den Alltag geben. Auch wenn die ein oder andere Übung von „Rückenfit“ ein bisschen fies ist, so gibt es hier doch viel Raum für Entspannung.

Auf einem Hügel unter großen Bäumen mit Meeresblick im Schatten walken zu gehen und dabei vergnügt mit anderen Mamis zu quatschen, bringt neue Energie. Fantasiereisen können den Kopf frei machen und Vorträge zum Thema Stress tolle Anregungen für den Alltag geben. Vieles weiß man zwar schon, aber manchmal muss man einfach nur an das ein oder andere erinnert werden.

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Fotografin: Elischeba Wilde – Models: Leon & Emily Wilde

„FEUER – alle zur Tür rennen! WASSER – alle auf die Bank! STURM – alle auf den Bauch legen!“ Mutter-Kind-Turnen steht auch wöchentlich auf den Therapieplänen und dient dazu, mit den Kleinen zu toben und Spaß zu haben. Außerdem soll es die Bindung zu den Kindern stärken. Im ganzen Raum hören wir fröhliches Gekreische.

Puppe Emily
Fotograf: Emiliano Leonardi – Models: Emily & Elischeba Wilde

Einmal die Woche habe ich mit Emily Mutter-Kind-Turnen für Kids unter drei Jahren und einmal die Woche mit Leon für Rabauken ab Drei.

Besonders wohl fühle ich mich am schönen Hafen, dem Salzhaff und am weitläufigen Sandstrand. Und natürlich im Meer! Auf meinem Reiseblog werde ich bald noch mehr über die schöne Gegend schreiben.

Salzhaff Spaziergang
Fotograf: Emiliano Leonardi – Models: Elischeba & Emily Wilde

Wie die anderen Mamis hier so drauf sind? Jetzt darf ich nichts Falsches schreiben, die lesen nämlich mit 😉

Mein Blog war heute beim (überwiegend kinderfreien) Mittagstisch kurz Gesprächsthema.

Ich verstehe mich mit 99,9 Prozent der Mamis außergewöhnlich gut. Wir quatschen, lachen und genießen die Zeit. Der Abschied wird definitiv schwer werden, da mir die ein oder andere sehr ans Herz gewachsen ist.

Buntes Haus in Rerik
Fotograf: Emiliano Leonardi – Model: Elischeba Wilde

Jede Mutter hat natürlich auch ihr Päckchen zu tragen. Manche von uns haben drei Kinder oder mehr. Andere sind alleinerziehend. Wieder andere leiden unter Schlafmangel aufgrund der politischen Situation und haben Zukunftssorgen. Fast alle von uns sind berufstätig.

Was uns verbindet, das ist die Freude an dieser Kur und dass wir alle gerne Mamis sind. Dass wir aber auch wissen, dass wir hin und wieder auch mal an unsere eigenen Reserven denken müssen. Denn wer viel gibt, der muss auch mal die Batterien auftanken. Und deswegen sind wir hier.

Spaziergang durchs Salzhaff
Fotograf: Emiliano Leonardi – Models: Family Wilde

Ob eine Mutter-Kind-Kur auch Urlaub ist? Ich würde es anders ausdrücken: Sie bietet Erholung und eine Menge Anregungen für mehr Gesundheit und Lebensfreude im Alltag. Ist doch auch was wert.

Leon hat vor wenigen Tagen am Frühstückstisch seine Meinung dazu verkündet: „Mama, das ist hier sooooo ein schönes Hotel und so ein toller Urlaub!“ Danach hat er gefragt, wo hier der Pool ist.

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Fotografin: privat – Models: Family Wilde

Beim nächsten Mal schreibe ich euch von der tollen Kinderbetreuung. Außerdem gehe ich aufs Buffet ein und erzähle euch, wieso das Restaurant mit zwei kleinen Kids manchmal (meistens 😉  ) etwas stressig ist. Also bleibt einfach dran 😉

Habt ihr Fragen zur Kur? Einfach in die Tasten hauen und mir einen Kommentar hinterlassen! Dankeschön. Ich freue mich auf euer Feedback.

Bis bald wieder.

Eure Elischeba

Photo Credits: Fotografen: Elischeba Wilde und Emiliano Leonardi – Models: Elischeba Wilde & Kids