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Offenlegung: Das Buch von Nathalie Klüver habe ich als kostenloses Rezensionsexemplar (Werbung) erhalten – die Gedanken dazu sind meine eigenen.

Weißt du, was mich als Mama stresst? Es ist nicht das Wegwischen der Milch, die zum zweiten Mal über den Tisch kullert. Auch nicht der Sand, der in die Wohnung mitgebracht wird.

Verlosung Familienblog
Fotograf: Pierre Wilde

Es ist mein schlechtes Gewissen.

Was habe ich mir in den Sommerferien Schönes vorgenommen. Ausflüge mit den Kindern. Basteln. Kuchen backen. Plätzchen mit Smarties verzieren.

Aber die Zeit ist mir davon gelaufen. Arbeit am Computer. Wäscheberge, volle Spülmaschine und Chaos. Nicht mal meinen ersten Tipp aus meinem Beitrag „Was kann man in den Schulferien zu Hause machen“ konnte ich umsetzen.

Wir sind zwar zweimal übers Wochenende weggefahren, aber danach hatte ich umso mehr Arbeit. Weil es Pressereisen waren.

Diemelsee im Sauerland
Fotografin: Elischeba Wilde

Autorin Nathalie Klüver – die ich beim Bloggertreffen in Hamburg persönlich getroffen habe – kennt das Problem.

Und hat ein Buch darüber geschrieben. Darin zitiert sie eine Mutter, die darüber klagt, dass sie den ganzen Tag rennt. Und letztendlich doch nichts schafft.

Die Autorin schreibt, dass wir Eltern heute mehr Entscheidungen treffen müssen.

Der Kindergarten wurde vor 20 Jahren nach Wohnort festgelegt. Die Grundschule ging bis mittags. Weitere Optionen gab es nicht. Als ich Kind war konnten Eltern meist mit einem Gehalt auskommen.

Es ist toll, zwischen Waldorf und Montessori zu wählen. Aber es stresst auch. Das Angebot an Ratgebern erschlägt uns.

Nathalie zitiert eine 24-Stunden-Aufzeichnung. Kinderlose Berufstätige haben einen Puls von 80. Berufstätige Mütter über 100.

Zeitdruck macht Eltern am meisten zu schaffen. Außerdem fehlende Anerkennung und Stress bei der Erziehung.

Im Buch „Die Kunst keine perfekte Mutter zu sein“ bekommst du Tipps für deinen Alltag.

Schaut mal – ich habe einen davon direkt angewendet. Das Spielzeug auf meinem Foto habe ich NICHT – wie sonst – fürs Bild weggeräumt:

Die Kunst keine perfekte Mama zu sein
Fotograf: Pierre Wilde

Ein Tipp von Nathalie: die Kinder einbeziehen. Bei uns lief das so ab: Wenn beim Mittagessen ein Löffel fehlte, dann bin ich aufgesprungen. Ging die Milch aus, habe ich Nachschub geholt. Jetzt frage ich Leon. Und er hilft gern!

Kinder werden durch kleine Aufgaben im Haushalt selbstbewusster und sozialer.

Außerdem gibt die Autorin Tipps, die helfen, besser mit Stress umzugehen. Für eine Alleinerziehende ohne soziales Umfeld sind nicht alle davon umsetzbar.

Aber der ein oder andere kann sich eine Haushaltshilfe nehmen. Oder die Kinder länger in der Betreuung lassen und zum Yogakurs gehen. Und das bitte ohne schlechtes Gewissen!

Rückwärtsbeuge
Fotograf: Reinhard Berg

Ich stelle selbst fest, dass ich ausgeglichener bin, wenn ich eine „gesunde Selbstliebe“ habe. Spüre, was mir gut tut. Über die Frage, ob Mütter auch an sich denken dürfen, habe ich euch hier geschrieben.

Im Januar 2016 habe ich gezögert eine Mutter-Kind-Kur zu beantragen.

Ich wollte die Erholung Eltern überlassen, die Hilfe meiner Meinung nach mehr brauchen als ich.

Die Einstellung ist laut der Autorin verbreitet. Ihr Buch hat mich darin bestätigt, dass ich tatsächlich ein Recht auf eine Kur hatte.

Das Bild zeigt mich bei meiner Mutter-Kind-Kur in Rerik. Fotograf: privat

Ich bin mit Gewalt aufgewachsen und habe sogar als 18-Jährige Ohrfeigen und Schläge von meinem Vater einkassiert.

Selbst als rheinländische Frohnatur, die eine große Portion Humor hat, bin ich durch meine Erlebnisse weniger stressresistent.

Nathalie schreibt, dass die Erfahrungen in der Kindheit eine Auswirkung darauf haben, wie wir als Erwachsene mit Belastungen umgehen.

Und was ist mit dem schlechten Gewissen, wenn ich mit den Kids weder Plätzchen backe noch Schultüten selber bastele?

Auch dazu hat Nathalie einen Tipp parat: Unsere Hauptaufgabe ist gute Rahmenbedingungen zu schaffen.

Buchtipp Gestresste Mama
Fotograf: Pierre Wilde

Zum Beispiel andere Kinder einladen. Während ich euch schreibe, haben Emily und Leon Besuch. Sind sie unglücklich, weil kleine Freunde statt Mami mit ihnen spielen? Definitiv nicht.

Kinder brauchen keine perfekten Eltern. Liebe, Geborgenheit und Raum für freie Entwicklung reichen.

Was stresst dich als Mama? Ich freue mich auf dein Feedback.

Hier gelangst du zu Nathalies Buch im Trias Verlag.

Eure Elischeba

Offenlegung: Das Buch habe ich als kostenloses Rezensionsexemplar (Werbung) erhalten – die Gedanken dazu sind meine eigenen.

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