Offenlegung: für meine Recherche habe ich ein kostenloses Rezensionsexemplar erhalten – die Gedanken sind meine eigenen

Eine glückliche Mutter, die sich nach der Geburt rührend um ihr Baby kümmert. Die zufrieden ist und mit ihrem Neugeborenen kuschelt. Süchtig nach der Haut und dem Duft des Babys. Eine Mutter, die ihrer Rolle gerecht wird und dabei noch blendend aussieht. Selbstverständlich klappt das Stillen prima und das Baby schreit nur bei Hunger.

So sieht das Idealbild aus. Das Problem: es entspricht häufig nicht der Wirklichkeit.

Sicher kennst du eine Mama, die sich nach der Geburt ausgebrannt fühlt. Oder du bist selbst unglücklich. Und hast ein schlechtes Gewissen, weil du die Zeit mit dem Baby nicht genießen kannst.

Elischeba Kinderwagen drehen
Fotograf: Pierre Wilde

Rasch diagnostizieren Ärzte eine Depression im Wochenbett. Und versprechen den Müttern, dass Ruhe und die passenden Medikamente Abhilfe schaffen.

Diplom-Psychologin Inga Erchova sieht darin einen großen Fehler, weil das Problem im Außen behandelt wird. Die Ursachen für Trauer und Angst liegen meist tief in unserer Seele.

Die Autorin geht einen Schritt weiter. In Erkrankungen der Kinder spricht oft die Seele der Mutter.

Eine erfolgreiche Geschäftsfrau mag sich nach der Geburt nicht wieder erkennen. Plötzlich ist sie unsicher, hilflos und erschreckt sich vor ihren Gedanken.

Es gibt undefinierbare Gefühle und und dumpfe Empfindungen, die eine Mutter nicht in Worte fassen kann.

In ihrem Buch „Jede Mutter kann glücklich sein“ widmet sich die Autorin dem inneren Kind. Das sich nach der Geburt häufig wie aus dem Nichts meldet. Intensiv und plötzlich – kaum eine Mutter ist darauf vorbereitet.

Inga Erchowa
Fotografin: Elischeba Wilde

Die Autorin spricht vom Schockzustand durch ein Baby, das pausenlos Nähe, Zuwendung und Liebe verlangt. Während wir als Mutter unbekannte Seiten an uns kennenlernen.

Woran liegt das? Unser Unterbewusstsein erinnert uns an unsere Kindheit. Und damit kommen wunde Stellen an die Oberfläche.

Einige Mütter erzählen Inga davon, dass sie ihr Leben in zwei Teilen beschreiben. Vor und nach der Geburt. Als wären sie andere Menschen.

Nicht nur der Geburtskanal öffnet sich – auch der Kanal der Seele.

Im Buch „Jede Mutter kann glücklich sein“ berichtet Inga wie Hebammen ihr von verzweifelten Müttern erzählen.

Wochenbettdepression ist meist eine Fehldiagnose. Die wahren Gründe liegen im Schatten der Vergangenheit.

Sonnenstrahlen Emily
Fotograf: Pierre Wilde

Um die Mutterrolle als Glück zu empfinden, empfiehlt die Autorin die Aussöhnung mit dem inneren Kind. Dafür müssen wir uns bewusst werden, was uns selbst als Kind gefehlt hat.

Das klappt unter anderem mit Reflexionsübungen, die im Buch beschrieben sind. Manchmal helfen ehrliche Gespräche mit den eigenen Eltern. „War ich als Baby oft allein? Habt ihr mich häufig schreien lassen?“

Selbst Milchstau und Brustentzündungen haben meist seelische Ursachen.

Vor dem Besuch meiner Eltern hatte ich bei Leon im Sommer 2012 einen Milchstau und musste ihnen absagen. Aufgrund der Probleme mit meinem Schwiegervater habe ich später bei Emily eine heftige Brustentzündung bekommen. Vom Krankenhausbericht und dem hohen Fieber habe ich euch hier geschrieben.

Depression im Wochenbett
Fotografin: Elischeba Wilde

Einige Patienten erzählen der Diplom-Psychologin, dass sie eine tolle Kindheit hatten. Die wenigsten haben körperliche oder seelische Gewalt erlebt.

Die eine wurde bereits mit drei Monaten von der Oma betreut und hat darunter gelitten. Das wurde ihr erst nach der Geburt ihres eigenen Kindes bewusst.

Die andere hat Probleme damit, ihren Sohn anzunehmen, weil sie sich eine Tochter gewünscht hat. Während der Therapie mit Inga Erchova wird ihr das bewusst. Auch wieso sie keinen Jungen wollte: wegen schlechten Erfahrungen mit Männern.

Wie erging es euch im Wochenbett? Habt ihr die Erfahrung gemacht, dass euch unbekannte Gefühle übermannt haben?

Mir hat es geholfen, dass mein Mann Pierre jedes Mal nach der Geburt meiner Kinder vier Wochen Elternzeit hatte. So brauchte ich weder zu kochen noch einzukaufen. Pierre war für mich eine starke Schulter zum Anlehnen (und ist es auch heute noch). Ich frage mich häufig, wie Alleinerziehende den Alltag hinbekommen.

frische Eltern Elischeba und Pierre
Fotograf: Tomasz Kicinger

Hoffentlich schafft Inga es weiterhin Müttern zu helfen. Der Satz den sie am meisten hört? „Dich hätte ich eher kennenlernen müssen!“

Hier erfährst du mehr über das Buch.

Liebe Grüße von Elischeba

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Offenlegung: Für meine Recherche habe ich ein kostenloses Rezensionsexemplar erhalten. Die Gedanken dazu sind meine eigenen.
 
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