Leserwunsch von Abonnentin Jana: Ob ich nicht mal einen Artikel über einen ganz normalen Tag schreiben könnte. Wie ist der Ablauf? Was passiert? Was steht an?

Na gut. Fangen wir einfach mal an.

7 Uhr 15

„Mama ich möchte heute gern mit den anderen Kindern essen. Im Kindergarten schmeckt es soooo viel besser als zu Hause.“

O.K. Verstanden.

7 Uhr 30

„Tschüüüüss Mami!!! Papaaaa, du musst auch Tschüss sagen.“ Winke Winke im Treppenhaus. Leon hat seinen Rucksack mit dem Frühstück für die KiTa in der Hand. Während ich an der Wohnungstür stehe, meinen Männern „bye bye“ sage und meiner kleinen Prinzessin einen Guten Morgen Kuss gebe, denke ich dankbar darüber nach, wie praktisch das ist, dass mein Mann Pierre den Mini Chef morgens auf dem Weg zur Arbeit zum Kindergarten bringt.

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Bild aus März 2014 (Fotografin: Elischeba Wilde)

Mit dem frisch gewickelten und angezogenen Baby auf dem Arm geht es Richtung Küche. Flasche fertig machen. Trinken. Kuscheln. Obst und Müsli zum Frühstück. Die Mini Chefin zeigt energisch auf die Bananen und zappelt. Haben. Jetzt sofort. Wer kann diesen blauen Augen widerstehen?

8 Uhr 30

Mama erklärt der Prinzessin, dass sie mal kurz beide Arme braucht. Mini Chefin landet gegen ihren Protest auf der Spieldecke. Schnelle Erkenntnis: Freiraum schafft ihr coole Möglichkeiten. Attacke auf den DVD Player. Mama rast dazu, stolpert über Betonmischer und Legosteine, schiebt ihr Baby vom DVD Player weg und führt den Haushalt einarmig mit Baby fort. Kuschelige Vogelperspektive für die Kleine.

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Elischeba und Emily Wilde (Fotograf: Christian Grimmelt)

9 Uhr

Ab in die Schaukel mit der Maus. Ich muss die Waschmaschine befüllen. Jeden Tag aufs Neue einen Eimer voll. Aus dem Keller höre ich süßes Gequatsche. Hört sich an wie so eine kleine Mini Donald Duck Figur aus Leons Trickfilm. Ach was sind Babys goldig.

9 Uhr 30

Emily ist eingeschlafen. Wer Mami ist, der weiß, dass das wie Urlaub sein kann. Das Schläfchen am Vormittag – wie liebe ich es. Jetzt aber ab ins Büro (Home Office).

So. Gerade in der zweiten Business Mail vertieft und schon klingelt das Telefon. Mist – hoffentlich wird die Prinzessin nicht wach. Wer stört denn jetzt? Jemand mit viel Zeit und Gesprächsbedarf. Rufe ich später zurück. Telefonieren kann ich mit Baby auf dem Arm. Am Computer arbeiten nicht.

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Elischeba Wilde (Fotograf: André Plath)

10 Uhr 30

80 Prozent des neuesten Blogeintrags sind fertig. Ich höre einen Mucks aus der Schaukel. Aber mein Artikel soll doch noch während Emilys Schlafenszeit online gehen. Ich bewege die Schaukel, damit die Kleine noch ein wenig länger schläft. Komme mir dabei wie eine Rabenmutter vor. Andererseits: Die Maus schnurrt und schnarcht weiter. Zucker pur! Zurück ins Büro.

11 Uhr 55

Was bin ich für eine Mama? Erst soll Emily schlafen und jetzt muss ich sie wecken. Wir müssen den großen Bruder vom Kindergarten abholen. „Komm auf den Arm, Mausi, kannst gleich schaukelnd an der frischen Luft weiterschlafen.“ Neee – genug gepennt. Emily liebt es, den Leon vom Kindergarten abzuholen – da kommen alle Kinder freudig angerannt und die Mini Chefin ist der große Star.

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Fotografin: Elischeba Wilde

12 Uhr 30

Mama kommt leicht verschwitzt angejoggt, weil Pünktlichkeit und Mama nicht die besten Freundinnen sind. Große Überraschung: Die Begrüßung vom Mini Chef ist heute total überschwänglich. „Mami, Mami!“ ruft er und rast in meine Arme. Nicht wie vorgestern: „Wahh – geh wieder nach Hause – ich will hier mit den anderen Kindern essen.“

Auf dem Rückweg folgen zwei Rituale, die täglich eingehalten werden MÜSSEN.

  1. Der Mini Chef drückt an der Ampel auf den Knopf damit es Grün wird.
  2. Der Mini Chef schnappt sich den rosa Hörer von der freistehenden Telekom Telefonanlage und ruft Papa an. Besser gesagt, er tut so als ob – und Mama macht mit. Mama kriegt jeden Tag den Hörer hingehalten und muss auch TSCHÜSS sagen.

13 Uhr 15

Der Mini Chef nimmt auf der Couch Platz und sagt, dass er „Barbara, Barbara kannst du mich hören“ gucken möchte. Was das ist? Die DVD mit der Walze von „Bob der Baumeister“.

Wenn Herr Brauer keinen Empfang hat und dann noch sämtliche Unterlagen beim nächsten Windstoß wegfliegen, ist das die absolute Lieblingsszene vom Mini Chef. Dann biegt er sich immer wieder vor Lachen. Deswegen heißt die DVD jetzt „Barbara, Barbara, kannst du mich hören?“

Kidsclub Leon mac
Leon und Elischeba Wilde (Fotograf: Pierre Wilde)

So, liebe Jana. Das war der erste Teil eines ganz normalen Tages im Hause Wilde. Aber glaub mir – jeder Tag kann anders sein und ich weiß morgens nie, was mich nachmittags erwartet. Das ist einer der Gründe, wieso es mit Kids nie langweilig wird.

Morgen gibt`s dann den zweiten Teil von einem ganz normalen Tag – der durch die Kids immer wieder zu etwas ganz Besonderem wird. Hat sonst noch wer von meinen Lesern einen Artikelwunsch? Falls ja: Her damit!

Bis bald wieder und liebe Grüße von Elischeba

UPDATE 16. DEZEMBER 2015: hier geht es zum zweiten Teil