Na, vor ein paar Tagen habe ich euch ja hier ein wenig erstaunt gepostet wie schnell das erste Jahr im Kindergarten vorbeigerast ist.

Aber wie war es denn so? Würde ich Leon nochmal bereits mit zweieinhalb Jahren zur Kita bringen?

Zeit für einen kleinen Rückblick

Die Eingewöhnung hatte super geklappt – auch andere Kids, die gleichzeitig mit Leon gestartet sind, waren da schnell richtig happy. Es gab keinen einzigen Tag im letzten Jahr, wo Leon keinen Bock auf seine KiTa hatte.

Wie ich euch hier gestanden habe, kamen mir am ersten Tag plötzlich im Aldi in der Warteschlange die Tränen, nachdem ich Leon „abgegeben“ habe und geschnallt hatte, dass dies der erste große Schritt zur Abnabelung ist.

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Doch bereits wenige Tage später habe ich angefangen, den Kindergarten voll und ganz zu genießen. Ich wusste, dass Leon vormittags eine Menge Spaß hat und ich neue Freiheiten habe und (fast) ohne schlechtes Gewissen arbeiten kann.

Während der „Schnuppertage“ habe ich damals im Juli 2014 die ein oder andere Erzieherin auf den ersten Eindruck hin als etwas „streng“ empfunden. Das war aber nur der erste Eindruck!!! Das ganze Team ist mir dann doch sehr schnell ans Herz gewachsen. Der zweite Blick hat mir rasch gezeigt, dass die alle super sind! Nett, engagiert, tolerant und liebevoll.

Auch freue ich mich täglich darauf, mit dem tollen Team ein bisschen zu quatschen, wenn ich den Leon abhole 😉  … gebracht wird der Mini Chef übrigens von seinem heiß geliebten Papa. So kann ich mich morgens gut um Emily kümmern.

Was mir auf den ersten Blick streng vorgekommen ist, war eigentlich eher das, was ich manchmal zu wenig habe: Konsequenz 😉

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In den ersten Monaten, in denen ich Leon vom Kindergarten abgeholt habe, war ich mit Emily schwanger und habe manchmal überlegt, wie ich den Mini Chef später zusammen mit Säugling ohne eigenes Auto nach Hause transportiere.

Klappt aber in der Praxis jedoch ganz gut. Emily ist im Kinderwagen und Leon läuft daneben. Anfangs hat er ziemlich getrödelt, weil für ihn der Weg das Ziel war.

Jetzt machen wir neuerdings ein Wettrennen. Wer ist als erster zu Hause? Krass, welche Energie der Knirps nach dem Kindergarten noch hat. Da kommt Mama mit Baby und Kinderwagen kaum noch mit und schwups stehen wir alle vor unserer Wohnungstür. Mit einem super gelaunten Mini Chef, der laut und stolz „ERSTER“ ruft.

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Was ich super finde: Dass die Kids so spielerisch gefördert werden. Komplett ohne Druck. Sie lernen voneinander. Leon konnte super schnell Lieder auswendig, die im Morgenkreis gemeinsam gesungen wurden. Einfach durch Spaß, positive Gruppendynamik und Wiederholungen.

Ebenfalls klasse: Bei (fast) jedem Wetter geht`s raus auf den Spielplatz. Boden noch nass vom Regen? Kein Problem – Gummistiefel und Buddelhosen an und los geht`s.

Ich mag es, dass freies Spielen gefördert wird. Wenn ich Leon abgeholt habe, dann ist es vorgekommen, dass er gerade mit anderen Kids Häuser aus Stöcken gebaut hatte oder Regenwürmer beobachtet hat. Diese Nähe zur Natur und den Freiraum, sie für sich zu entdecken finde ich für Kinder total super.

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Eine Expertin hatte mir mal gesagt, dass Kinder erst enge und bewusste Freundschaften schließen, wenn sie um die drei Jahre alt sind. Leon hat schon sehr früh damit angefangen, andere Kids ins Herz zu schließen. Er hat nun einen besten Kumpel, der um die Ecke wohnt – und für ihn irgendwie auch zur Familie gehört – und eine beste Freundin im Kindergarten.

Gibt es etwas das mich stört? Nur, dass ich von den Erzieherinnen mit „Frau Wilde“ angesprochen werden. Da komme ich mir gleich noch älter vor als ich bin 😉

Es ist nun mal üblich, die Mütter zu siezen. Für die anderen Kids bin ich die „Leon Mama“ 🙂

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Was hatte ich vor einem Jahr für gute Vorsätze. Wollte mich an allen Elternachmittagen beteiligen. Basteln mit den Kids und was es da sonst noch so alles gibt. Aber Theorie und Praxis sind manchmal unterschiedlich.

Irgendwie hab` ich`s das ganze Jahr nicht mal auf die Reihe bekommen, beim gesunden Frühstück mit Elternbegleitung (immer drei Freiwillige) mit zu machen. Findet einmal im Monat an dem Vormittag statt, wo wir Wochenmarkt haben und ich einen halben Großeinkauf mache.

Außerdem komme ich beim Abholen meist auf dem letzten Drücker angelaufen. Auf dem Weg dahin treffe ich ständig Mütter, mit denen ich mich super verstehe. Heute Mittag habe ich einer schon von weitem zugerufen, dass ich es eilig habe. Das kennt man da schon von mir 😉

Emily war doch heute gerade so schön am schlafen, ich saß mit dem Rechner auf dem Balkon und dachte mir immer: Och komm, diese eine Business Mail kannst du noch beantworten. Und dann war es auf einmal 12 Uhr 18 und ich musste mich sputen. 12 Uhr 30 ist Abholzeit.

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Und jetzt ist auf einmal ein Jahr vorbei. Das erste. Was ich mir vorgenommen habe? Die nächsten drei Jahre noch richtig zu genießen.

Denn dann geht der Mini Chef in die Schule und dann ist das alles nicht mehr so easy wie im Kindergarten. Wo man die Kleinen irgendwann zwischen 7 Uhr 30 und 9 Uhr bringen kann und wo man verkünden darf, dass man nächste Woche nicht da ist, weil man auf einer Pressereise ist und die Kids mitnimmt.

Aber na ja, ein bisschen Zeit ist ja noch bis dahin. Rede ich mir jetzt zumindest mal ein …. welche Erfahrungen habt ihr im Kindergarten gemacht?

Bis bald wieder und sonnige Grüße von Elischeba

Photo Credits: Fotografen Elischeba Wilde, Pierre Wilde und Matthias Knue

Location erstes Foto von oben: Familotel Bären am See

Location zweites Foto von oben: Familotel Landhaus Averbeck