Als wir im Frühling 2014 mit dem gerade zwei Jahre jungen Leon im Romantikhotel beim Frühstück sitzen, da kann ich mir das, was mir eine Frau vom Tisch gegenüber berichtet, irgendwie gar nicht richtig vorstellen.

Dass die Kleinen ganz schnell groß werden, wenn sie erst einmal im Kindergarten sind. Viel zu schnell. So schnell, dass es dem Mutterherz sogar schon ein bisschen weh tut.

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Ich schaue auf meinen Wonneproppen, der gerade genüsslich ein Marmeladenbrötchen futtert. Schön war die Zeit bis jetzt, aber rasend schnell vergangen? Och, eigentlich gar nicht besonders.

Ich war ja rund um die Uhr mit ihm zusammen und konnte die Zeit sehr genießen. Manchmal war ich sogar über seine ersten Schritte in die Selbstständigkeit richtig froh. Flasche selber halten können, mit Messer und Gabel essen. Brachte mir als Mutter doch alles mehr Freiraum.

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Und dann kam der 1. August 2014. Was hab ich mich auf die KiTa gefreut. Was hat Leon sich gefreut. Bereits mit anderthalb Jahren hat der Mini Chef auf dem Weg zum Einkaufen ein wenig neidisch auf die tobenden Kinder geschielt und mich mit Dackelblick gefragt, ob ich ihn nicht dazu geben kann. Er würde auch in den Kindergarten wollen.

Vor dem 1. August 2014 habe ich sogar noch ein bisschen mit der Kindergarten Leitung diskutiert. Mein Sohn würde das nicht brauchen, dass ich da zwei Wochen lang daneben stehe.

Dem wäre das doch eh völlig schnuppe, ob ich zugucke oder nicht – die Zeit könnte ich auch sinnvoller nutzen. Zum Arbeiten zum Beispiel. In meinem Büro würden zig geschäftliche Mails auf Antworten warten.

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Leon war es tatsächlich „egal“, ob ich dabei war oder nicht. Der war schon recht früh ziemlich cool und gelassen. Er ja. Ich weniger.

Was ich am ersten KiTa Tag erlebt habe, das lest ihr hier:

Hilfe mein Sohn ist im Kindergarten – der erste Tag – Gefühle am 01. August 2014

Wie schnell mein Kind groß geworden ist, das wird mir heute besonders bewusst, als ich im Terminkalender blättere …

28. Juli  … 29. Juli …wie, wir haben bald schon den 1. August 2015? Hilfe! Nein, das ist jetzt nicht wahr? Geht Leon schon ein ganzes Jahr lang in den Kindergarten?

Mir läuft ein Schauer über den Rücken. Die Dame vom Frühstückstisch gegenüber hatte Recht. Und wenn die nächsten Jahre genauso schnell vorbei gehen, dann ist Leon bald in der Schule.

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Aber ich habe ihn doch „gerade erst“ auf die Welt gebracht. Ich erinnere mich, wie er mich das erste Mal angelächelt hat. Wie er das erste Mal „Mama“ gesagt hat.

Jetzt kann er richtig quatschen. Ihr wollt wissen, was er mir so erzählt?

Neuerdings werde ich im Kindergarten so begrüßt:

  • „Mama, geh doch bitte wieder nach Hause. Ich möchte mit den anderen Kindern zusammen Mittag essen. Das ist viel schöner!“

Ein anderes Mal erlebe ich es noch krasser:

  • „Mama, ich möchte heute wieder von der Sara (Name geändert – Mutter vom besten Kumpel) abgeholt werden und danach bei denen zu Hause spielen.“

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Tja und jetzt geht der Mini Chef tatsächlich schon ein Jahr lang in den Kindergarten. Ey das muss ich erst mal fassen!

Ich kuschele mich an meine fünf Monate junge Emily.

Versuche den Moment besonders zu genießen und festzuhalten. Wow – Leon war auch mal so klein.

Eine Mutter berichtet mir, dass ihr Sohn im Teenager Alter absolut einsilbig – mit gerade mal zwei Worten – anwortet: Nix. Nö.

Ach so, manchmal hört sie auch ein „Ja“ aus seinem Mund. Auf die Frage hin, ob er Geld braucht 😉

Wenn Leon die nächsten Tage zu Hause mit seiner Eisenbahn spielt, dann werde ich mich dazu setzen und in seine Welt eintauchen. Wenn er mir etwas erzählt, dann werde ich genauer zuhören. Und wenn er mich etwas fragt, dann möchte ich in Zukunft immer sofort antworten. Egal wie beschäftigt ich gerade bin.

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Denn die Dame vom Frühstückstisch gegenüber hat Recht. Sobald die Kleinen im Kindergarten sind, geht das ganz schnell.

Genießt die Zeit mit euren Liebsten. Sie sind nur einmal klein. Und eine Kindheit ist nicht von Dauer.

Elischeba

Photo Credits: Fotografen: Elischeba und Pierre Wilde, Hans P. Graf, Bernd Manthey, Tobias Giesen, Matthias Knue und Christian Grimmelt