„Für eine, die heute entbinden möchte, sehen Sie mir aber noch viel zu entspannt aus“, lächelt die freundliche Praktikantin, während sie mich am Wehenschreiber verkabelt.

Heute soll der aktuelle Stand geprüft werden und dann die Antwort auf die Frage: Leiten wir die Geburt heute ein oder warten wir noch mal zwei Tage?

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Nachdem ich eine gute halbe Stunde am Wehenschreiber liege und zwischendurch ein paar mal von meiner kleinen Maus getreten werde, erscheint eine junge Ärztin im Raum und erklärt mir, dass das Ergebnis völlig in Ordnung ist.

Mein Muttermund sei immer noch zwei Zentimeter geöffnet – seit Freitagabend hat sich nichts getan, erklärt sie mir während weiterer Untersuchungen.

„Das heißt wohl, dass es doch noch ein bisschen dauern könnte?“ frage ich die junge Frau mit großen Augen. Nicht unbedingt.

Es kann auch passieren, dass ich in der Nacht noch mal vorbei komme und alles dann ganz rasch geht. Sie würde lediglich feststellen, dass sich seit Freitagabend nichts mehr geändert hat.

Dass ich nach den Erfahrungen meiner ersten Geburt – mit einem 4.870 Gramm schweren Kind mit einem Kopfumfang von 39 Zentimetern nicht mehr zu lange warten möchte, kann sie verstehen. Das sei auch vernünftig.

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Außerdem würde bei mir ein weiterer wichtiger medizinischer Faktor dafür sprechen, auf keinen Fall bis zwei Wochen nach dem Entbindungstermin zu warten. Meine Fruchtwassermenge ist nämlich geringer geworden – ein paar Tage geht es noch so, aber dann müsste man eingreifen. Vorher sind regelmäßige Kontrollen wichtig.

Dann fragt sie mich nach meiner Ernährung. Ich sollte abends doch nicht mehr so viele Kohlenhydrate und Süßigkeiten zu mir nehmen. Natürlich ist es für eine hochschwangere Frau wie mich wichtig, sich satt zu essen. Aber wenn mir nach etwas Süßem ist, dann lieber tagsüber.

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Ich gestehe ihr, dass ich gestern noch um 22 Uhr einen Sahnepudding und Gummibärchen zu mir genommen habe.

Außerdem würde ich jeden Abend vor dem Schlafengehen einen halben Liter alkoholfreies Bier trinken. Und zwei, drei Riegel Schokolade am Tag seien bei mir ebenfalls üblich.

Die junge Ärztin erklärt mir, dass diese Gewohnheiten mögliche Wehen hemmen könnten, da mein Blutzuckerspiegel dann zu hoch wäre.

Daraufhin frage ich sie, ob ich denn abends gesunde Naschereien wie Bananenchips oder Datteln zu mir nehmen dürfte.

Auch diese sollte ich lieber nachmittags auswählen.

Hey, das kriege ich hin! 

Heute Abend fang ich an. Nix Süßes mehr. Wer weiß – vielleicht gehen daraufhin ja die Wehen los …

Ansonsten werde ich am Dienstag, den 10. Februar 2015 um neun Uhr morgens noch mal im Krankenhaus erscheinen müssen – mit gepackten Koffern, da wir dann eventuell die Geburt einleiten.

Passiert es vorher auf natürlichem Wege, wäre das besser.

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Künstlich eingeleitete Wehen sind häufig schmerzhafter und die Entbindungen dauern oft länger. Das kenn ich ja alles noch vom Mai 2012 – bei Leon wurde die Geburt eine Woche nach dem Entbindungstermin eingeleitet.

Mal schauen wann ich meine kleine Maus endlich im Arm habe. Ich freue mich jetzt schon auf die Reaktion von Leon, wenn er seine Schwester das erste Mal sieht.

Immerhin habe ich erfahren, dass er im Kindergarten ganz stolz erzählt, dass er bald ein großer Bruder ist und seine Mama noch ein Baby bekommt. Das sind doch schon mal gute Voraussetzungen.

Bis bald wieder und liebe Grüße von Elischeba

Photo Credits: Fotografen: Pierre Wilde und RetellingLife – Model Elischeba Wilde

HIER GEHT`S ZU MEINEM REISEBLOG – mal schauen wann es das erste Mal zu viert on Tour geht 🙂