Zwillinge. Au Mann. Nach meinem positiven Schwangerschaftstest hatte ich richtig Schiss davor, möglicherweise diese „Diagnose“ zu erhalten. Denn wenn der eine Säugling satt und glücklich einschläft, dann will der nächste gefüttert werden. Und hast du das eine Baby fertig gewickelt, dann ist Baby Nummer Zwei dran. Auch nachts.

Doch ist das wirklich so schlimm, gleich zwei Babys auf einmal zu haben? Ist das wirklich so dramatisch?

Nun, reden wir einfach mal mit einem Vater, für den Zwillinge zum Alltag gehören. Und der trotzdem eine ausgesprochene Gelassenheit ausstrahlt.

Hier ist mein Gespräch mit Sven Trautwein aus Schwabach.

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Elischeba: Lieber Sven, was war das für ein Gefühl, als du erfahren hast, dass ihr direkt zwei Babys auf einmal bekommen werdet?

Sven: Wir haben es schon sehr früh erfahren und konnten uns so ein wenig mit der Situation auseinandersetzen. Wobei man sich ja im Vorfeld viele (unnötige) Gedanken macht. Einiges war leichter als gedacht, anderes für bestimmte Phasen nicht. Das hat sich schön die Waage gehalten.

Elischeba: Wie haben Freunde und Bekannte auf diese Nachricht reagiert?

Sven: Von den meisten hörte man „Oh, wie schön“. Rund ein Vierteljahr vor der Geburt unserer Kinder besuchten wir Freunde, die kurz zuvor auch Zwillinge bekommen hatten. So konnten wir ein wenig erfahren, wie deren Tagesablauf war und den ein oder anderen Tipp aufgabeln.

Elischeba: Wie hast du die ersten Wochen nach der Geburt empfunden?

Sven: Leider verfliegen die ersten Wochen viel zu schnell. Es ist eine Zeit zwischen Watte und Trubel gewesen. Der Tag musste neu getaktet werden, aber die schönen Momente, die es gab, möchte man nicht missen.

Elischeba: Man sagt ja so, dass Zwillinge doppelten Stress bedeuten. Aber auch doppelte Freude. Kannst du das bestätigen?

Sven: Das kann ich nicht so sagen. Oft wurden wir gefragt „Ist es nicht anstrengend, Zwillinge zu haben?“ Keine Ahnung. Kann sein. Ein Kind kann auch „anstrengend“ sein. Lachende Kinderaugen im Doppelpack entschädigen für so einiges.

Elischeba: Welche Vorteile hat man als Eltern von Zwillingen?

Sven: Wenn man aus dem Gröbsten heraus ist, gibt es schon einige Vorteile. Da wir sie mehr oder weniger zu einer gemeinsamen Zeit zu Bett bringen konnten, hat man dann zu Hause freie Bahn, um die liegengebliebenen Dinge zu erledigen. Es ist dann kein Geschwisterkind mehr unterwegs, das nicht schlafen kann.

Ein sehr großer Vorteil ist es aber im Urlaub. Sie haben immer ihren Spielkameraden dabei. Man muss nicht auf Biegen und Brechen versuchen, dass der Nachwuchs einen Mitspieler findet. Das entschleunigt und nimmt etwas Druck. Auch aus dem Alltag.

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Elischeba: Welche Herausforderungen gibt es immer wieder zu überwinden?

Sven: Der trubelige Haushalt holt einen irgendwann wieder ein. Jetzt steht für uns als nächster großer Schritt die Einschulung bevor. Da werden neue Herausforderungen auf uns warten. Zu sehen, dass beide mit den Veränderungen klar kommen und sich als einzelnes Individuum wertgeschätzt fühlen.

Elischeba: Welchen Tipp würdest du einer werdenden Mutter geben, die erfährt, dass sie Zwillinge bekommt?

Sven: Gebt Verantwortung ab. Jetzt, spätestens jetzt, ist der Herr im Haus auch gefragt. Man kann nicht alles alleine schaffen. Schlaf tanken, wann immer es geht, wenn möglich auch mal die Großeltern mit einspannen, damit man etwas Luft bekommt.

Aber vor allem: Locker bleiben. Nicht auf die Ratschläge aus allen möglichen Richtungen hören. Bauchgefühl ist angesagt. Vor allem hier.

Elischeba: Und wenn die Kids dann da sind – was kannst du denn sonst noch aus eigener Erfahrung raten? Was hilft im Alltag?

Sven: Oftmals ist es schwierig, dass beide Partner zu Beginn an zuhause sein können. Lässt sich das einrichten, umso besser.

Gerade die Anfangszeit ist enorm wichtig und prägend. Hier kann man eine Menge Kraft sparen, wenn man sich auf den anderen verlassen kann und Verantwortung/Arbeit/Haushalt verteilen und abgeben kann. Zudem sollte man sich als Paar nicht aus den Augen verlieren.

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Elischeba: Welche waren bis jetzt deine schönsten Momente als Vater?

Sven: Klingt vielleicht arg romantisch, aber das erste Lächeln der Kleinen und das erste „Mama/Papa“ waren mit die schönsten Momente. Mittlerweile sind es die, wenn die Jungs mit strahlenden Augen von ihren Erlebnissen berichten.

Elischeba: Worauf freust du dich für die Zukunft ganz besonders? Was möchtest du mit deinen Zwillingen noch alles unternehmen?

Sven: Ich freue mich über jeden Schritt, den sie selbstständiger werden – auch wenn manches Mal die Zeit viel zu schnell vergeht. Gemeinsam lachen, weinen, die Welt entdecken. Das ist schon viel. Wir werden sehen, was noch Spannendes kommt.

Danke für das tolle Interview, lieber Sven!

Ihr, liebe Leser, könnt hier auf dem Blog Zwillingswelten noch viel mehr über Svens Glück im Doppelpack lesen.

Photo Credits: Die Fotos wurden mir von Sven Trautwein für dieses Interview zur Verfügung gestellt – das Copyright liegt bei ihm.

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