Obwohl viele meiner Bekannten und Freundinnen bereits mindestens eine Mutter-Kind-Kur mitgemacht haben, dachte ich mir häufig, dass ich das denen lassen möchte, die es „wirklich nötig haben“. Außerdem kam so eine Kur für mich sowieso nicht in Frage, da ich bis Januar 2014 über meinen Mann privat versichert war.

Und genau so, wie ein Rückbildungskurs nach meiner Entbindung – oder die Erstattung von präventiven Sportkursen – tabu war, so wäre auch eine Mutter-Kind-Kur nicht in Frage gekommen.

Liegt aber nicht an mir. Haben die Privaten generell nicht im Programm. Aber wie kommen wir denn in die „zweite Klasse“ Versicherung? Durch einen Tipp auf Facebook konnte ich mithilfe der Künstlersozialkasse in die gesetzliche Krankenkasse wechseln und habe aufgrund der guten Erfahrungen im Freundes- und Bekanntenkreis die Techniker Krankenkasse ausgewählt.

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Während ich vor einigen Tagen meine Bekannte Corina Seltmann für euch zum Thema Mutter-Kind-Kur interviewt habe, dachte ich mir, dass Leon und ich davon in vielerlei Hinsicht auch unglaublich profitieren würden.

Aber ist das nicht unfair, wenn man gerade mal einen Monat bei einer neuen Krankenkasse versichert ist und gleich nach „Urlaub“ fragt? Sogar mein Mann Pierre meinte zu mir, dass ich doch gar nicht richtig krank sei. Doch als ich gestern wegen Darmproblemen bei meinem super sympathischen Arzt aus Afrika in der Praxis saß, da habe ich ihm einfach mal erzählt, wieso mir das gut tun würde und er hat mir geantwortet, dass ich beim nächsten Mal einen Antrag mitbringen sollte und wir den dann zusammen ausfüllen könnten.

Gründe? Erfährst du, wenn ich dir jetzt vom Gespräch mit meiner Krankenkasse berichte.

Frau Wilde, welche Beschwerden haben Sie denn? wollte die Dame am anderen Apparat wissen. Ich habe ihr von meinem Reizdarm berichtet. Schon seit vielen Jahren mein Schwachpunkt. Tritt mal mehr mal weniger auf. Die eine kriegt bei Stress Migräne und bei mir spielt eben der Darm total verrückt.

Dann habe ich ihr erzählt, dass mein Mann Pierre abends meistens erst gegen 20 Uhr nach Hause kommt und ich weder Oma oder Opa in der Nähe zum Helfen habe, noch eine verfügbare Tagesmutter, die den Zwerg stundenweise übernehmen könnte. Weil die Nachfrage hier so viel größer sei als das Angebot.

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Und dass ich mir Anfang des Jahres einen Virus eingefangen hatte, den ich nur schwer auskurieren konnte, da ich immer wieder aufspringen musste, um den Knirps zu bändigen. Ach ja – wieso ich eigentlich gar nicht krank werden darf, habe ich euch ja am 5. Februar 2014 geschrieben.

Ich bin nach meinem zweiwöchigen Virus erst in der Türkei wieder richtig gesund geworden. Januar und Februar sind so Monate, in denen meine Abwehrkräfte jedes Jahr ein wenig im Keller sind. Der Winter und ich sind eben keine Freunde.

Zurück zum Gespräch. Die Dame am Telefon meinte ein wenig streng, dass es Millionen Frauen auf der Welt so geht wie mir. Ob Leon denn im Kindergarten wäre? Nein, erst ab August. Mir wurde erklärt, dass eine Kur nur mit Kids möglich ist, welche Erfahrung mit Betreuung haben. Daraufhin habe ich ihr vom Familotel berichtet und wie pudelwohl mein kleiner Schatz sich im Happy Club gefühlt hat.

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Dann wollte sie wissen, ob ich berufstätig bin. Ich habe ihr berichtet, dass ich momentan als freie Journalistin von zu Hause aus arbeite.

Auf einmal meinte sie entschlossen, dass sie mir den Antrag schickt. Recht freundlich und zuversichtlich. Apropos „von zu Hause aus“ arbeiten. Das klappt in der letzten Zeit nur noch wenn Leon schläft. Diese zwei Stunden – von 14 bis 16 Uhr – haue ich wild in die Tasten. Rasend schnell. Fast noch schneller als ich denken kann. Denn wenn der Zwerg einmal wach ist, dann kann ich das vergessen. Ein bisschen Haushalt nebenbei geht. Sogar telefonieren ist ok. Aber Mama am Mac, das mag der Wonneproppen gar nicht.

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Eigentlich wollte ich dieser Dame auch berichten, was mich noch viel mehr belastet (hat). Vom Pflegefall im eigenen Haus. Dass mein Mann im November abends von der Arbeit gekommen ist und das tun wollte, worauf er sich den ganzen Tag gefreut hat. Seinen Sohn auf den Arm nehmen. Doch sofort ging das Telefon vom Erdgeschoss. Noch bevor mein Mann essen konnte, sollte er runter kommen. Mit meinem Schwiegervater auf die Toilette. Ihn ins Bett bringen. Eine zweistündige Prozedur. Jeden Abend. Jede Nacht.

Von Ende November bis Dezember 2013 massenhaft Papierkram wegen des Altersheims für meinen Schwiegervater. Finanzielle Sorgen aufgrund starker Verschuldung des Schwiegervaters. Nun ja. Das ist natürlich nix gegen die Probleme, welche die Menschen aktuell auf der Krim oder in Syrien haben. Das ist klar. Und diesen gilt mein ständiges Mitgefühl.

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Trotzdem finde ich Vorbeugen immer besser als Heilen. Zwischendurch die eigenen Kräfte zu mobilisieren, schafft langfristig viele neue Energie.

Happy moms have happy kids. Wer nicht immer so belastbar ist, darf dazu stehen. Mit einem zu pflegenden Schwiegervater im Haus zu wohnen, fand ich stressiger als die wildesten Zeiten mit Leon. Und dass obwohl die Caritas die größte Arbeit für meinen Schwiegervater übernommen hat.

Aber das sind eben zwei komplett unterschiedliche Energien. Heute noch habe ich mich so laut kaputt gelacht, dass man mich sicher noch eine ganze Straße weiter gehört hat. Leon hat mal wieder den Clown gespielt. Kids geben so viel. Sie geben dir mehr als alles auf der Welt. Sie sind das Größte. Sie zeigen dir, was im Leben wirklich zählt.

leonundelischeba

Trotzdem brauchst du auch Power und Kraft, um so einen Wildfang zu bändigen. Mal gucken, wie es mit der Mutter-Kind-Kur weitergeht. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Wer von euch hat schon mal eine Kur mit gemacht und wie war es? Ich freue mich auf euer Feedback.

Elischeba