Corina Seltmann und ich haben uns bei einem Unterwasser-Model-Contest kennen gelernt. Sie poste sehr gekonnt vor der Kamera und ich war Mitglied der Jury. Das war zu einem Zeitpunkt, als wir noch beide von weiten Reisen geträumt haben.

Nicht viel später bekamen wir beide Bambini. Zuerst Corina und dann auch ich. Übrigens – ihr Sohn Julian hat am gleichen Tag Geburtstag wie mein Leon (21. Mai). Julian wird dann fünf – Corinas Tochter Lara ist zwei Jahre jung.

Und dann haben wir festgestellt, dass ein Lachen des eigenen Kindes jede Fernreise der Welt bei weitem übertrifft. Dass unsere Zwerge das größte Glück sind.

Anfang letzten Jahres hat die sympathische Blondine eine Mutter-Kind-Kur mitgemacht. Als ich sie gefragt habe, ob ich sie für euch darüber interviewen darf, da hörte sie mit dem Schwärmen gar nicht mehr auf. Aber fangen wir mal von vorne an zu erzählen …

Elischeba: Liebe Corina, was hat dich dazu bewogen, eine Mutter-Kind-Kur zu beantragen?

Corina: Ich hatte Ende 2012 / Anfang 2013 ein ziemlich großes Loch. Ich habe zwei Kinder, bin beruflich eingespannt, dazu kam ein Wohnungsumbau, bei dem wir betrogen wurden und schlussendlich auch Eheprobleme. Das hat sich dann auch gesundheitlich bei mir niedergeschlagen und ich wurde von Freundinnen und Hausarzt aufgeklärt, welche Rechte ich als Mama habe.

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Elischeba: Und deine Freunde haben dir dann eine Mutter-Kind-Kur vorgeschlagen. Wie lange hat das gedauert, bis du die Zusage von deiner Krankenkasse erhalten hast?

Corina: Das ging recht zackig. Innerhalb von wenigen Tagen hatte ich die mündliche Zusage. Allerdings wollte mir die Krankenkasse erst innerhalb von Bayern die Kur genehmigen. Meine Wunschklinik war aber auf Rügen.

Laut der Barmer GEK sei das eine zu lange Fahrt für zwei Kleinkinder und die Ostsee wird nur mit Hautproblemen genehmigt.

Da ich aber auch diese vorweisen konnte, genehmigte mir die Gesundheitskasse die Kur in Glowe. Ich hatte dann Ende Februar die Zusage für meine Kur. Allerdings war die Klinik dann so ausgebucht, dass ich erst für Ende August einen Platz bekam (das ist nicht bei jeder Klinik der Fall). Aber das Warten hat sich gelohnt.

Elischeba: Wieso hast du dir die Ostseeklinik Königshörn in Glowe für die Kur ausgesucht?

Corina: Auf der Homepage der Barmer GEK sind Partnerkliniken aufgeführt, die mit der Kasse zusammen arbeiten. Ich habe mir dort die Flyer angesehen und die Klinik gefiel mir auf Anhieb sehr gut.

Optisch war es Liebe auf den ersten Klick… Danach habe ich natürlich auch genau gelesen, was die Klinik bietet und für welches Krankheitsbild sie geeignet ist. Am wichtigsten war mir aber die Kinderbetreuung. Ich wollte, dass meine Kleinen gut aufgehoben sind. Hierfür habe ich auch die Homepage http://www.mutter-kind.com genau studiert (und Videos angesehen) und Klinikbewertungen anderer Mamas gelesen. Die Klinik war genau das, was ich wollte!

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Elischeba: Sicher hast du dich vorher sehr darauf gefreut. Was war denn anders als erwartet?

Corina: Ja, ich habe mich sehr darauf gefreut, aber ich hatte auch großen Respekt davor. Vor uns lagen drei Wochen ohne unsere Heimat und ohne unsere Freunde. Außerdem hatten wir 14 Stunden Zugfahrt vor uns. Und das allein mit zwei kleinen Kinder (Julian war 4 und Lara 1,5).

Ich hatte davor auch viel von anderen Mamas aus der Krabbelgruppe gehört, dass deren Kur alles andere als entspannt war und eine Kur erst Sinn macht, wenn die Kinder älter seien… Ich wusste eigentlich gar nicht, was mich genau erwartet, war aber dann absolut positiv überrascht, was zum größten Teil an der Klinik selbst lag. Ich hätte mir niemals erträumt, dass alles so schön ist.

Elischeba: Wie sieht denn der Tagesablauf bei einer Mutter-und-Kind-Kur aus?

Corina: Ich denke das ist von Klinik zu Klinik ein bisschen unterschiedlich. In der Ostseeklinik war alles sehr organisiert. Angefangen hat es schon vor der Kur. Wir bekamen ein Schreiben welches „Zimmer“ wir bekommen und dass die Möglichkeit besteht, das Gepäck vorzuschicken. Ich habe drei Paketaufkleber geordert.

Unser Gepäck (3 Umzugskartons) wurde dann zwei Tage vor Abfahrt per DHL nach Glowe geschickt. Wir fuhren also mit dem ICE bzw. ab Hamburg mit dem IC bis Binz. Dort wurden wir von der Klinik mit dem Klinikbus abgeholt. Mit im Zug saßen schon viele andere Mamas mit ihren Kindern. Viele der Mamas kannten wir auch schon, weil wir uns im Klinik-Forum geschrieben haben.

Als wir dann in der Klinik ankamen, bekamen wir unsere Schlüssel und alles erklärt und gezeigt. Die Klinik ist in Häuser und Stockwerke unterteilt. Jedes Stockwerk hat eine Hausdame, die immer erreichbar ist, falls man mal was braucht. Außerdem hat auch jedes Stockwerk eine eigene Teeküche und einen eigenen Speiseraum. Dadurch war der Lärmpegel immer sehr erträglich, da maximal zehn Mamas dort aßen.

Am nächsten Tag war die ärztliche Eingangsuntersuchung. Dort bekamen wir dann auch unseren „Kurplan“ für die erste Woche. Dort wurden die Termine und Anwendungen eingetragen. Außerdem fand auch eine Infoveranstaltung statt, bei der wir von der Familie Jäcker begrüßt wurden.

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Da meine Kinder nur Begleitkinder waren, haben meine Kinder keine Anwendungen bekommen. Es gab aber auch Kinder die zum Beispiel zum Wassertreten eingetragen waren.

Zurück zum Tagesablauf… Der Tag begann immer in der Teeküche. Dort gab es ein leckeres Frühstücksbuffet mit allem, was das Herz begehrt. Danach konnte man die Kinder in die Kinderbetreuung geben, weil man zum Beispiel Anwendungen hat.

Die Kinderbetreuung ist auch nach Alter eingeteilt. Für die ganz Kleinen gibt es die Käfergruppe und mein Großer war in der Grünen Gruppe. Während die Kinder fröhlich spielen (oft auch draußen auf dem schönen Spielplatz), darf die Mama es sich gut gehen lassen. Ich hatte Anwendungen wie Fango, Massage (ein Traum), Rückengymnastik, Nordic Walking und progressive Muskelentspannung.

Außerdem stehen auch Gespräche mit der Psychologin und Informationsrunden zu verschiedenen Themen (zum Beispiel positive Erziehung, Kinderängste, Trennung/Scheidung) auf dem Programm. Das klingt natürlich nach einem vollen Tagesplan. Aber es ist sehr gut aufgeteilt, so dass auch genug Zeit für Entspannung bleibt. Ich konnte zum ersten Mal seit langem wieder ein Buch lesen.

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Mittags holten wir dann die Kinder im Miniclub ab und konnten das leckere Essen genießen. Das Essen wird übrigens direkt in der Klinik zubereitet. Die Mamas wählen hierzu immer aus verschiedenen Menüs (unter anderem auch ein Kindermenü) aus. Und wenn für eitle Kinder nichts dabei ist, gibt es immer zusätzlich Spaghetti mit Tomatensoße. Auch auf Vegetarier und sogar auf Veganer wurde Rücksicht genommen.

Nachmittags durften die Kinder auch in die Betreuung, falls die Mama eine Anwendung hatte oder auch mal Zeit für sich wollte. Ich habe die Zeit aber auch oft genutzt, um mit den Kindern was Schönes zu machen. Die Klinik liegt direkt am Meer. Da wird es einem sicher nicht langweilig.

Abends gab es dann wieder Brotzeit oder auch mal Pizza. Das war auch wieder in Buffetform.

Meist sind wir dann noch bisschen in den Garten gegangen und dann ging es nach dem üblichen Abendritual auch schon ins Bett.

Am Wochenende sind keine Anwendungen. Die Klinik bietet aber für die „Patienten“ Ausflüge an. Hierfür gibt es einen extra Klinikbus. Wir haben uns die Störtebecker Festspiele angesehen und waren in Karls Erlebnisdorf. Außerdem nahm ich an einer Mütterfahrt nach Binz teil. Und auch im nahegelegen Dinosaurier-Land gefiel es uns gut. Einmal machten wir eine kleine Fahrradtour nach Bobbin, wo ein kleines Fest stattfand. Die Fahrräder gibt es direkt in der Klinik zum Ausleihen. Genauso wie Kinderwägen, Buggys, Dreiräder, Roller, Bollerwägen und vieles mehr. Weitere Ausflüge gehen zum Kreidefelsen, nach Hiddensee und zum Kap Arkona.

Und auch den „Daheimgebliebenen“ wird es sicher nicht langweilig. Es gibt Spielplätze, Hallenbad, Turnhalle und natürlich das Meer direkt vor der Tür.

Ein Highlight war auch die Führung von Herrn Jäcker durch die Katakomben. Unter der Klinik befindet sich nämlich die Küche, wo unser Essen zubereitet wurde. Dieses wird dann mit Robotern nach oben in die jeweilige Teeküche gefahren. Das war hochinteressant. Julian fand es auch total toll, einmal echte Roboter zu sehen.

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Elischeba: Hey ich bekomme beim Zuhören auch schon Lust auf eine Mutter-Kind-Kur. Was hat dir am besten gefallen?

Corina: Hm… Das ist ganz schwer zu sagen. Mir gefiel alles gut. Ich glaube am Besten ist wirklich, dass wir die Zeit für uns bekamen. Kein Haushalt, kein Kochen oder was-koch-ich-heute, einfach mal Freizeit! Nach ein paar Tagen kann man auch richtig abschalten. Auch die Gespräche mit anderen Mamas taten einfach gut. Man ist nicht allein. Jede Mama hat ihr „Packerl“ zu tragen.

In der Klinik war auch alles vorhanden, was man braucht. Es war immer ein Arzt da (und sogar eine kleine Apotheke).

Elischeba: Was hätte besser sein können?

Corina: Oh, da fällt mir gar nichts ein… Lass mich mal überlegen… Nein, es war einfach perfekt! Danke nochmal an die Familie Jäcker und das ganze Personal!

Elischeba: Wie haben deine Kinder die Kur empfunden? Auch so begeistert wie die Mama?

Corina: Meine Kinder fanden es super schön. Sie reden heute noch vom „Urlaub“. Und wir müssen oft Fotos ansehen. Ich glaube, wenn es der Mama gut geht, spüren das die Kinder und es geht ihnen automatisch auch gut.

kinderkurElischeba: Inwiefern wurde die Beziehung zu deinen Kids in dieser Zeit gestärkt? 

Corina: Ich konnte mir endlich auch mal Zeit für ein einzelnes Kind nehmen. Da ich zwei Kinder habe, hat man oft das Gefühl, sich teilen zu müssen. So konnte ich auch mal Lara in die Betreuung geben und mit Julian was allein machen. (und auch umgekehrt)

Außerdem konnte ich auch Kraft tanken. Und in den psychologischen Gesprächen habe ich auch dazu gelernt, wie sich Kinder fühlen und wie man besser auf sie eingehen kann in gewissen Situationen (bei mir Trennung).

Elischeba: Wem würdest du so eine Kur empfehlen?

Corina: Eigentlich wirklich jeder Mama, die über eine Kur nachdenkt. Auf uns lastet großer Druck. Arbeit, Kinder, Haushalt… Und dann soll Frau auch immer perfekt aussehen und alles MUSS perfekt sein. Mama sein ist zwar ein sehr schöner, aber auch anstrengender Job. Eine Kur hilft neue Kräfte zu sammeln und für´s Leben zu lernen.

Elischeba: Was hast du in diesen drei Wochen für euer Leben gelernt?

Corina: Sehr viel… Ich habe super Freunde gefunden, mit denen ich noch fast täglich Kontakt habe. Außerdem habe ich Selbstbewusstsein und Kraft bekommen.

Und für mich persönlich wurde ich über meine Gefühle klar und habe festgestellt, dass eine Trennung das einzig richtige war.

Elischeba: Ganz lieben Dank für das sehr offene und nette Interview, liebe Corina!

Hinweis: die Fotos gehören Corina Seltmann