Sie unterrichtet unter anderem eins der Fächer, in dem ich früher in der Schule am schlechtesten war. Mathematik. Reden wir nicht weiter drüber 😉 . Aber sie wählt bewusst eine Art zu erziehen, von der ich intuitiv vieles ähnlich mache.

elternvommars

Anna ist Anfang 30, hat eine zuckersüße 16 Monate junge Tochter, lebt im Big Apple Österreichs und ist eine leidenschaftliche Montessori Anhängerin. Hier ist mein Interview mit der interessanten Hobbyfotografin:

Elischeba: Liebe Anna, du berichtest in einer Art Online-Tagebuch von deinem Montessori Versuch. Was genau ist „Montessori“ überhaupt?

Anna: Man könnte die Methode von Maria Montessori am besten mit ihren eigenen Worte zurückgeben: „Hilf mir, es selbst zu tun. Zeige mir, wie es geht. Tu es nicht für mich. Ich kann und will es allein tun. Hab Geduld meine Wege zu begreifen. Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will. Mute mir Fehler und Anstrengung zu denn daraus kann ich lernen.“

Trinken

Montessori kennt man so gut wie überall auf der Welt aber weit nicht so viele wissen, warum sie so bekannt wurde. Montessori entdeckte in ihrem Kinderhaus, dass die Kinder zu Selbstständigkeit strebten und Freude daran hatten den Fußboden aufzukehren oder das Geschirr abzuwaschen. Es hat sie glücklich und zufrieden gemacht im Alltagsgeschehen teilzunehmen. Sie beschloss, den Kindern den Umgang mit alltäglichen Sachen beizubringen, sodass diese selbstständig sein konnten.

Tragen

Denn selbstständige Kinder sind glücklichere Kinder, ihnen wird die Fähigkeit zugetraut und auch sie haben dadurch viel mehr Selbstvertrauen. Sie fühlen sich als Teil der Familie, sie fühlen sich fähig und frei. Dafür dachte sich Montessori kleine Übungen aus, die es ermöglichten die Feinmotorik und Augen-Hand-Koordination der Kleinen zu verfeinern. Sie bemerkte auch, dass es nötig sei, den Kindern eine, wie sie es nannte, vorbereitete Umgebung zu schaffen, damit die Kleinen alles alleine machen können: also kleinere Stühle, Tische, Besen und Eimer usw.

Elischeba: Das ist ja interessant. Wie bist du denn darauf gekommen?

Anna: Einerseits durch meine Tochter, denn ein paar Monate nach ihrer Geburt merkte ich, dass in mir viel zu viele Fragen aufkamen. Ich suchte und fragte Stillberater und Hebammen und fand schließlich einen Weg durch eine Freundin, die ihren Sohn regelmäßig zu einer Montessori Spielgruppe brachte.

Vorlagenpuzzle

Ich wurde neugierig, quetschte sie regelrecht aus um mehr darüber zu erfahren und fand immer mehr Antworten in dieser Methode. Da wusste ich, das ist mein Weg. Ich verschlang jedes Buch über und von Montessori, das ich zwischen die Finger kriegen konnte. Ein wichtiger Bestandteil dieser Philosophie ist, das Kind zu beobachten: Wie und was macht es genau, welche Lösungen findet es und wie verhält es sich? Und dadurch fand ich so viele Antworten auch in meiner Tochter selbst!

Elischeba: Hey das ist klasse. Aber wie reagiert dein Umfeld auf euren stark ausgeprägten Montessori Versuch? Musst du auch Kritik einstecken?

Anna: Ich merke, dass einige nicht wirklich daran glauben, dass das funktionieren kann, wenn man schon so kleinen Kindern was vorzeigt und dann selbst machen lässt. Wenn man einem 16 Monate altem Kleinkind eine Schublade in der Küche einrichtet, wo seine Trinkgläser (aus Glas!) und Tellerchen (aus Keramik!) sowie sein Besteck (echtes!) und andere Küchenutensilien für ihn in erreichbarer Nähe sind. „Das könnte ja alles zerbrechen und es sich wehtun!“

Rosa Turm

Aber aus Erfahrung weiß ich, man sollte ihnen viel mehr zutrauen! Meine Kleine ist nun 17 Monate alt, und räumt ihre Teller und Gläser aus dem Geschirrspüler selbst in ihre Schublade weg. Nach dem Mittagessen räumt sie ihren Teller selbst weg indem sie ihn in die Küche trägt. Wenn man ihnen von Anfang an mit Geduld und auf Augenhöhe zeigt, wie alles funktioniert, machen sie das eben so, wie wir es ihnen vorzeigen und sie machen das mit Freude und Hingabe!

Kochlöffel einstecken

In meinem Umfeld im realen Leben bekomme ich nicht wirklich Kritiken, eher Ermutigung. Sehr viele meiner Bekannten lassen sich durch Montessori inspirieren. Ich bekomme tagtäglich unglaublich nette Briefe und Kommentare, viele schreiben mir, was sie ihre Kleinen ausprobieren ließen und wie positiv sie überrascht waren. Geschichten, für die es sich lohnt meinen Blog zu führen!

Elischeba: Das ist wirklich eine tolle Bestätigung. Für wen eignet sich diese Methode denn?

Anna: Für alle, die an die Fähigkeit ihrer Kinder und an die Freiheit glauben.

Elischeba: Du schreibst auf deinem Blog, dass du dich als Mutter stark verändert hast, obwohl es vorher schon zu deinem Job gehörte, Kinder ein Stückchen auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Wie hat sich das bemerkbar gemacht?

Anna: „Ohne das Kind, das ihm hilft, sich ständig zu erneuern, würde der Mensch degenerieren.“ (Maria Montessori)

Durch meine Rolle als Mutter, durch Montessori und durch meine Tochter lernte ich Kinder besser zu verstehen. Ich sehe viele Dinge seitdem ich Mama bin so viel anders, obwohl ich Lehrerin bin und mit Kindern arbeite.

die Natur schätzen

Ich fühle mich als Mutter plötzlich wie eine Schülerin, die gerade dabei ist diesen spannenden und wunderschönen Weg des Aufwachsens, den mir meine Tochter offenbart, zu erleben.

Ein großes Dankeschön an die liebe Anna für das inspirierende Interview. Wer ein bisschen mehr von Anna und ihrem Leben mit der Montessori Methode erfahren möchte, der kann ihren Blog besuchen.

Alles Liebe von Elischeba

P.S. Einer meiner Partner hat noch einen Tipp für meine Abonnenten. Auf Artebene.de könnt ihr Karten online selbst gestalten. Für eure Freundinnen zur Geburt oder Pärchen zur Hochzeit. Viel Spaß dabei!