Wie? Ich muss für die künstliche Einleitung der Wehen bis zu eine Woche stationär im Krankenhaus bleiben? Da schaue ich erst mal wie ein Auto, als Herr Dr. med. Klaus-Dieter Jaspers mit mir am heutigen Nachmittag das weitere Vorgehen bespricht. Unerfahren wie ich als Erstgebärende nun mal bin, ging ich ganz fest davon aus, dass ich am Sonntag, den 20. Mai 2012 circa zehn Stunden nach Einnahme der Tabletten unseren Leon im Arm habe.

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Als quirliger Wirbelwind bin ich davon nicht begeistert – woanders hätte ich sicher mehr zu tun, was mir Spaß macht. Da wüsste ich mir die Wartezeit besser zu vertreiben.

„Manchmal geht es nach der künstlichen Einleitung der Wehen auch sehr schnell“, beruhigt mich der Facharzt für Frauenheilkunde und führt anschließend die Eipol-Lösung an meinem Unterkörper durch, da ich bereits über dem Entbindungstermin liege.

Herr Dr. Jaspers drückt auf meine Fruchtblase, um diese vom Muttermund zu lösen. „Aua. Reicht das nicht langsam?“ Spätestens jetzt versteht der Doc, wieso ich Weichei bereits beim Vorgespräch in den Unterlagen notieren lies, dass ich eine PDA wünsche.

Erleichternd ist auch die Tatsache, dass das Personal hier in der Frauenklinik Coesfeld überall wahnsinnig freundlich ist. Das macht einen längeren Aufenthalt natürlich auch schon mal etwas angenehmer.

Beim anschließenden Ultraschall erfahre ich, dass unser Baby nun 4.200 Gramm schwer und 56 Zentimeter groß ist. „Ich sehe für einen Kaiserschnitt trotzdem noch keine Notwendigkeit„, findet der Arzt und bestätigt mir, dass ansonsten alles perfekt ist und sich Söhnchen und Mama bei bester Gesundheit befinden. Er ist der Meinung, dass man eine Geburt – wenn möglich – immer erst auf natürliche Weise versuchen sollte.

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Anschließend setzt sich die freundliche Hebamme Ursula Herbstmann beim Wehenschreiber zu mir. Die Dame wird das Baby und mich nach der Geburt einige Tage zu Hause betreuen. Wir unterhalten uns angeregt – Baby Leon bewegt sich zwischendurch sehr stark. Möchte der Wonneproppen sagen: „Hey, ich bin auch noch da!“ oder ist das eine Folge der Eipol-Lösung?

Ich erzähle der Coesfelderin, dass es Sonntag morgen – am 20. Mai 2012 – mit der künstlichen Einleitung der Wehen und somit praktisch auch mit der Geburt los geht.

Als ich ihr berichte, dass ich die Nabelschnur gerne auspulsieren lassen möchte, antwortet die temperamentvolle und sehr hilfsbereite Dame, dass sie dafür im Mutterpass meine Blutgruppe checken möchte, da dies bei Rhesusfaktor negativ nicht möglich sei.

„Ja, geht, positiv!“, stellt sie fest und bestätigt, dass das Auspulsieren der Nabelschnur gut für das Kind ist und im Coesfelder Krankenhaus auch üblich.

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Wow – Sonntag geht alles los! Es wird ernst. Dann hoffe ich mal, dass ich im Krankenhaus Wireless LAN habe, um meinen Lesern auch weiterhin von der spannendsten Zeit meines Lebens zu berichten.

Ein schönes Wochenende wünscht

Elischeba