„Sag mal, Elischeba, müsste das Baby nicht schon längst auf der Welt sein? Du hast doch jetzt schon so lange solch einen riesigen Bauch.“ Spätestens jetzt – bei der beinahe energischen Frage einer Bekannten – verstehe ich, wieso jeder Ratgeber empfiehlt, dass man seinem Umfeld einen Entbindungstermin nennt, der circa zwei Wochen nach dem tatsächlichen Vermerk im Mutterpass liegt.

Eine gewisse Ungeduld scheint nicht nur bei der Mutter normal zu sein, sondern auch bei Kontakten. Immerhin ist auch deren Vorfreude riesig – sie alle fiebern eifrig mit und sind mächtig gespannt auf den neuen Erdenbürger.

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Allerdings geben Frauenmagazine ebenfalls den Ratschlag, die Schwangerschaft bei Freunden und Verwandten erst nach drei Monaten bekannt zu machen, da es vorher regelmäßig zu Fehlgeburten kommt. Ehrlich, redselig und spontan wie ich bin, war dieser Tipp von Anfang an nichts für mich. Erstens würde mir sowieso niemand abnehmen, dass ich mal einen Abend keine Lust auf Rotwein hätte.

Spätestens dann wäre sowieso klar: Elischeba ist schwanger! Und zweitens wollte ich mit der freudigen Nachricht nicht warten, nur weil rein theoretisch eine Fehlgeburt dazwischen kommen könnte. Welchen Gedanken hätte ich dann immer im Hinterkopf? Richtig: Vielleicht kriege ich ja noch eine Fehlgeburt, also warte ich mit den tollen News.

Aber woher weiß Frau denn bereits zu Beginn ihrer Schwangerschaft, an welchem Tag sie ungefähr entbinden wird? Nun, von der Konzeption bis zur Geburt dauert eine Schwangerschaft durchschnittlich 266 Tage, also 38 Wochen. Da der Tag der Empfängnis jedoch in der Regel nicht bekannt ist, rechnet man am ab dem Tag der letzten Regel.

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Als ich meinem Frauenarzt damals gesagt habe, dass ich den ersten Tag meiner letzten Periode am 07. August 2011 hatte, da wurde der 13. Mai 2012 als Entbindungstermin in meinen Mutterpass eingetragen. Den gestrigen Tag habe ich jedoch nicht im Kreißsaal verbracht, sondern im Park:

Da ich neugierig wurde, an welchem Tag unser Leon gezeugt wurde, habe ich selbst ein bisschen im Internet recherchiert und bin auf diverse Eisprungrechner gelangt. Dabei habe ich festgestellt, dass bei meinem durchschnittlichen Zyklus von 30 Tagen der Entbindungstermin eher um den 15. Mai 2012 herum liegen würde. Dieses Datum wurde beim nächsten Frauenarztbesuch in Klammern im Mutterpass zugefügt.

Der heutige Tag liegt genau dazwischen. Heute morgen hatte ich wieder so ein plötzliches Ziehen vom Rücken bis hin zum Oberschenkel. Dann habe ich bewegungsmäßig einen auf Bauchtänzerin gemacht und alles war wieder gut. Senkwehen seien dies – gemäß den Vermutungen einer Freundin, mit der ich heute telefoniert habe.

Außerdem habe ich an den Kommentar einer meiner Leserinnen gedacht: „Elischeba, wenn es richtige Wehen sind, dann machst du dir keine Gedanken mehr darüber, deinen Schatz unnötig aus dem Büro zu holen oder wegen Fehlalarm ins Krankenhaus zu fahren.“ Stimmt! Heute morgen war das lediglich ein Vorzeichen dafür, dass es die nächsten Tage losgehen könnte.

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Was ich bis dahin mache? Neben dem wöchentlichen Hausputz auch Dinge, die nur alle zwei bis drei Monate anfallen. Wie Fenster putzen, Bücherregal ausräumen und auswischen oder einen Schrank ausmisten. Die Wohnung atmet wieder und ich habe das angenehme Gefühl, dass ich für die erste Zeit mit Baby ein bisschen vorgesorgt habe.

Anfragen als Moderatorin für eine Gala oder ein Event muss ich momentan absagen. Den Auftraggebern habe ich berichtet, dass ich zwar topfit wäre, jedoch circa drei Wochen vor und nach dem Entbindungstermin nicht fest zusagen kann. Frau soll zwar multitaskingfähig sein, aber im Kreißsaal ein Baby zur Welt bringen und gleichzeitig im kleinen Schwarzen auf der Bühne stehen und ein Publikum zu unterhalten, das wäre dann doch etwas zu viel verlangt!

Ich wünsche mir nicht nur für das Baby, meinen Schatz Pierre und mich eine tolle Geburt. Auch für meine Leser! Denn so viele sind gespannt auf meinen Erfahrungsbericht und gerade da, wo man im Internet doch einige dramatische Horror-Erlebnisse verfolgt, möchte ich so gern etwas Positives schreiben.

Es ist für mich auch völlig in Ordnung, die Hilfe des 21. Jahrhunderts in Anspruch zu nehmen. „Bist du so schmerzempfindlich?“, hat mich letztens eine Bekannte mit großen Augen gefragt, als ich ihr berichtet habe, dass ich mir von Anfang an die PDA geben lasse.

WalhaiKenia

„Bist du so masochistisch?“, dachte ich mir, als sie mir ganz stolz berichtet hat, dass sie es ohne geschafft hat und findet, dass jede Frau die Erfahrung machen sollte, stolz darauf zu sein, welche Schmerzen sie aushalten kann. Nö – da mache ich lieber andere Erfahrungen im Leben. Mit einem Walhai in Kenia schnorcheln. Oder mit etwas Glück bald eine richtige Traumgeburt erleben, an die ich gern zurückdenke!

Alles Liebe von Elischeba