Fünf Tage vor dem Entbindungstermin. Gerade habe ich das Bad geputzt, vorher einen Kurzbericht im Reiseblog erstellt und heute Morgen auf dem Wochenmarkt wieder mal von allen Seiten sehr herzliches Interesse an meinem bevorstehenden Großereignis erfahren.

Ein Baby, das bald auf die Welt kommt, scheint die Herzen aller Menschen zu öffnen. Wenn ich mit Müttern ins Gespräch komme, dann stelle ich jedoch immer wieder die gleiche Frage: „Wie fühlen sich Wehen an?“

Elischeba genießt Gummibärchen mit Babybauch
Fotograf: André Plath – Visagistin: Irina Huber – Location: Landhotel Beverland

Denn ich möchte weder dem Krankenhaus wegen Fehlalarm unnötig Umstände machen, noch meinen Schatz aus dem Büro holen, nur um ihm dann mitzuteilen, dass es doch nur Übungswehen waren.

Denn letztere scheine ich vermehrt zu verspüren. Herr Dr. Jaspers hat bei der letzten Ultraschall Untersuchung festgestellt, dass sich die Menge des Fruchtwassers in meinem Babybauch bereits verringert hat. Ebenfalls ein Zeichen, das auf eine baldige Geburt hindeutet.

Elischebas Homeshooting mit André Plath
Fotograf: André Plath – Model: Elischeba Wilde

Aber was genau spüre ich gerade? Ich stelle nach und nach intensiver fest, dass etwas in meinem Bauch regelmäßig recht hart wird und habe gelernt, dass es sich dabei um die Gebärmutter handelt und dies ein paar Tage vor dem Entbindungstermin (15. Mai 2012) völlig normal ist.

Zweimal überfiel mich plötzlich ein starkes Ziehen vom Rücken aus bis in den hinteren Oberschenkel. Dann habe ich meine Bewegungsart geändert und es war wieder gut. Wirklich schmerzhaft war es bis jetzt nie – lediglich das „nicht zuordnen können“ verunsichert mich manchmal.

Auch die Senkwehen, welche bereits einige Wochen vor der Geburt auftreten können, spüre ich leicht. Es fühlt sich so an, als wenn das Baby immer weiter ins Becken geschoben wird.

Elischeba beim Wellness im Zollhaus
Fotograf: Ingo Steinert – Location: Landhotel Altes Zollhaus in Hermsdorf

Mütter antworten mir immer wieder das Gleiche: „Elischeba, wenn es dann wirklich los geht, dann spürst du das schon. Wie starke Menstruationsschmerzen, welche in immer regelmäßigeren Abständen kommen.“ Und genau das ist der Punkt: Die Häufigkeit und die immer kürzeren Abstände der Wehen scheinen das Signal darzustellen: Los – ab ins Krankenhaus!

Was mich stört, ist die Tatsache, dass einige wenige Frauen so tun, als hätte ich etwas Schreckliches vor mir. Eine Bekannte hat mir eine Karte geschickt, in der sie mir viel Kraft für die schweren Stunden wünscht und dem Pierre gute Nerven und Ausdauer. Sie hat sogar das Wort „Drangsal“ benutzt. Na toll.

Ich versuche die Sache so zu sehen, dass ich ein unglaublich großartiges Ereignis vor mir habe und gegen die Schmerzen früh genug medizinische Hilfe dankend entgegen nehmen werde. Wir leben im 21. Jahrhundert – wieso sollte ich mir nicht den Luxus einer PDA gönnen und mit eigener Körperarbeit, dem Vertrauen, dass Leon gut mit macht und mit positivem Denken den Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen?

Elischebas Babybauchshooting
Fotograf: Daniel Attia – Model: Elischeba Wilde

Was den anschließenden Besuch im Krankenhaus betrifft, so haben wir Freunden gesagt, dass wir uns bei ihnen melden, wenn wir dafür bereit sind und eventuell auch erst mal ganz ungestört sein möchten. Bis auf eine Bekannte, die wir sowieso selten sehen, hatten fast alle Verständnis dafür.

Ich finde es schön, wenn ich die Gelegenheit habe, mich in Ruhe ans Stillen zu gewöhnen und mein Schatz und ich unseren kleinen Leon erst mal selbst richtig kennen lernen.

immerhin hat mir eine Freundin, die im März 2012 ihr Baby erhalten hat, am Telefon erzählt: „Elischeba, die erste Zeit mit dem Baby war wie ein Wunder, nur hatten wir von morgens bis abends so viel unerwarteten Besuch, dass wir abends total gestresst waren.

Gäste bei Laune halten und jedem einen ausführlichen Geburtsbericht zu liefern war fast anstrengender als das Kind selbst“.

Elischeba und Pierre Wilde auf Rügen
Fotograf: Adrian Rog – Location: Rügen

Kann man es dagegen planen – zum Beispiel alle zwei Tage nachmittags jemand für so zwei Stunden – dann finde ich Besuch willkommen. Wobei ich hoffe, dass ich schnellstmöglich aus dem Krankenhaus raus komme – Leons neues Kinderzimmer ist doch so viel schöner und behaglicher als ein steriler Raum.

Und mein Schatz Pierre, der dann vier Wochen Elternzeit nimmt, zaubert mir als Hobby-Gourmetkoch sicherlich ein leckereres Essen als die Großkantine des Krankenhauses. Allerdings werde ich mir die ersten Tage möglichst täglich eine Hebamme für circa eine halbe Stunde gönnen.

Auch für Fragen wie: „Habe ich das Baby so richtig ins Bettchen gelegt?“ „Könnte ich das Wickeln noch besser hinkriegen?“ oder bei Hilfewünsche fürs Stillen. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen Wochenbettbetreuung zu Hause, die privaten Krankenkassen tun das leider nicht immer. Unsere Krankenkasse zahlt bei „medizinischer Notwendigkeit“ – na mal schauen, für einen Kaffeeklatsch ordere ich mir die Dame bestimmt nicht!

Bis zu nächsten Mal und liebe Grüße von Elischeba