Am 04. April 2012 steht bereits der vierte Geburtsvorbereitungskurs auf dem Programm. Da ich die letzten zwei Wochen jedoch in Berlin und im Erzgebirge unterwegs gewesen bin, ist es für mich erst die zweite Sitzung inmitten all der Damen in freudiger Erwartung.

Anhand einer Puppe zeigt uns die Hebamme, wie ein Baby sich in der Regel ein paar Tage oder Wochen vor der Geburt von selbst in die richtige Lage dreht und wie es dann mit Hilfe des Personals im Kreißsaal herausschlüpft. Tja – nächste Woche bin ich bereits im neunten Monat – es wird ernst!

Elischebas Babybauch Shooting mit Daniel Attia
Fotograf: Daniel Attia

Als es zum Thema Geburtsschmerzen kommt, sage ich den anderen Schwangeren, dass ich auf jeden Fall die Periduralanästhesie (PDA) in Anspruch nehmen möchte und frage die Kursleiterin nach ihren Erfahrungen damit.

Sie wäre generell dafür, die Schmerzen soweit wie möglich zu verringern. Allerdings berichtet sie uns, dass es sein kann, dass gerade alle Narkoseärzte, welche die Nadel anlegen dürfen, im Operationssaal tätig sind und dadurch nicht verfügbar sind. Au Weia! Daran habe ich ja noch gar nicht gedacht!

Elischebas Babybauchshooting mit Daniel Attia
Fotograf: Daniel Attia

Die junge Frau beschreibt, dass die Periduralanästhesie im Sitzen angelegt und der Patient darum gebeten wird, seine Schultern zu entspannen und seinen Rücken zu krümmen. Deswegen sollten wir unbedingt vorher Bescheid sagen, wenn eine Wehe kommt – bei diesem Schritt dürfen wir uns nicht bewegen! Zur Not sollten unsere Partner uns gut festhalten.

Model Elischeba Apfel essen schwanger
Fotograf: André Plath

Das ganze Thema bewirkt, dass mein Darm etwas verrückt spielt und ich den Waschraum aufsuchen muss. Ich bin ja ein total positiver und optimistischer Mensch, aber vor den Schmerzen habe ich ehrlich gesagt Respekt – wenn nicht sogar Angst.

Mag es daran liegen, dass mir eine Mutter als zehnjähriges Mädchen dramatisch berichtet hat, dass die Geburt so schlimm war, dass sie dabei sterben wollte? Wieso erzählt eine Frau so etwas überhaupt einem kleinen Mädel wie mir damals?

Da man denkt, so etwas hat man bis zur Geburt des eigenen Kindes sowieso wieder vergessen? Ein anderes Mal stand ich als junges Mädel dabei, als sich eine Gruppe Frauen darüber unterhalten hat, dass sie bei der Geburt leidlich verstanden haben, was damit gemeint ist, dass die Geburtsschmerzen eine Strafe für den Sündenfall von Adam und Eva sind.

Aber weg mit all den negativen Gedanken – die Bewegungen vom kleinen Leon in meinem Körper zeigen mir, dass mich ein unglaubliches Wunder erwartet – die Liebe der Natur in seiner schönsten Form!

Elischebas Babybauch Bodypainting Shooting
Fotograf: Torsten Thies (afa-photo) – Visagistin: Katharina Woitschetzki

Meine eigene Mutter hatte Glück: um 16 Uhr hat sie noch Treppe geputzt und um 19 Uhr 45 Uhr hatte sie mich nach gut erträglichen Wehen als erstes von drei Kindern bereits in den Armen gehabt. Ich wurde zu Hause in Köln geboren. Meine Gene habe ich von ihrer Familie – möglicherweise erlebe ich auch so eine Traumgeburt!

Wir sprechen im Kurs auch über den Kaiserschnitt und ich frage, ob man mir vorher schon dazu raten würde, da unser Sohn gemäß den letzten Ultraschallbefunden kräftig werden wird und einen sehr großen Kopf hat.

leonfebruar2012
Ultraschallbild vom Februar 2012

Optisch schön – ich mag griffige Babys und an einem Kerl muss ja später auch was dran sein – da sind breite Schultern und eine männliche Statur doch von Vorteil. Nur für die Geburt möglicherweise etwas blöd, oder? Die 31-jährige antwortet uns, dass sich ein Kaiserschnitt erst während der Geburt ergibt, wenn man auf natürliche Weise nicht mehr weiterkommt.

„Was kann ich denn vorher schon für eine leichtere Geburt tun?“ frage ich die Hebamme. Wenn ich im Kreißsaal schon anscheinend nicht richtig planen kann, dann doch wenigstens vorher ein bisschen.

Ihre Tipps empfinde ich als sehr wertvoll:

Ab der 36. Woche sollte ich geburtsvorbereitende Akupunktur wählen. Das könne sie selbst – wie die meisten Hebammen – auch selber tun.

Außerdem sollte ich ab der 36. Woche täglich eine Tasse Himbeerblättertee trinken. Wir Frauen sollten diese Dosis dann die Woche darauf verdoppeln und in der 38. Woche drei Tassen davon trinken – ab nun gemischt mit Frauenmantel.

Das lässt sich doch machen!

Später gehen wir in den Übungsraum und probieren Posen aus, in denen wir unser Kind bekommen können und wie wir uns während den Wehen bewegen. Mein Gefühl sagt mir, dass ich viel Bewegungsfreiraum brauche – deswegen möchte ich ungern eingeengt im Bett liegen.

Auch hoffe ich, dass ich im Kreißsaal sympathische Menschen um mich herum habe. Knallharte Frauen, welche die Einstellung haben, dass man nicht zimperlich sein sollte und da durch muss, statt die Hilfe der Medizin in Anspruch zu nehmen, passen wohl weniger zu mir!

Elischebas Babybaushooting mit André Plath auf Lanzarote
Fotograf: André Plath – Location: Princesa Yaiza Suite Hotel Resort (Lanzarote)

Die Hebamme berichtet, dass sie in Kreißsälen enorme Dramen erlebt. Sonst sehr sanfte und ruhige Frauen schreien ihre Männer hysterisch an und deren Partner fangen aus Hilflosigkeit an zu heulen oder beschimpfen die anwesenden Ärzte. Eine junge Mutter unserer Gruppe, die bereits ein Kind hat, berichtet davon, dass ihr Mann umgekippt ist, als ihr Baby geschlüpft ist. Man sollte vorher wissen, dass es erst mal bläulich gefärbt ist und eine Menge Blut fließt.

Jedoch reden wir auch darüber, was es für ein unglaubliches Gefühl für Mütter und Väter ist, das eigene Kind das erste Mal im Arm zu halten. Ja – bitte mehr von diesen positiven Themen! Sonst werde ich in dieser Runde noch ganz irre.

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Ultraschallbild vom November 2011

Durch die Bewegungen des kleinen Leon entwickle ich auch immer mehr Mutterinstinkte. Denke ich intensiv an den Zwerg, dann scheint er darauf zu reagieren.

Deswegen stelle ich mir häufig intensiv vor, wie er bei der Geburt perfekt mit mir zusammen arbeitet. Die Wichtigkeit der positiven Gedanken habe ich unter anderem vom Heilpraktiker Herr Wolfgang Neutzler gelernt – hier berichte ich im Film von meinen Ayurveda Tagen speziell für Schwangere:

Deswegen bin ich meist auch recht optimistisch bezüglich der Geburt. Mit Komplikationen beschäftige ich mich bewusst nicht – sollte etwas nicht so gut klappen, dann überlasse ich das den Ärzten. Die haben schließlich Medizin, Frauenheilkunde und sonst was studiert – nicht ich. Außerdem sind die erfahren und ich bin einfach dankbar dafür, dass ich im 21. Jahrhundert ein Kind zur Welt bringen darf.

2012 mag für mich das spannendste Jahr meines Lebens sein und werden – ich möchte das auch richtig genießen!

Tolle Feiertage von Elischeba