16. Februar 2012
“Richtig nett wurde der Abend erst, als die Kinder im Bett waren und wir in Ruhe mit den Erwachsenen quatschen konnten” – ein typischer Satz von meinem Schatz Pierre nach einem gemütlichen Abend bei Freunden.
Kinder mochte er ja schon ganz gern, aber eigene auf die Welt setzen? “Ich glaube, wir passen nicht so zur Elternrolle” spekulierte Pierre häufig. Uns fehlte außerdem beiden der Mut dafür, bewusst ein eigenes Kind zu planen. Wir waren kinderlos auch ganz glücklich. Bis ich am 14. September 2011 nach Ausbleiben der Regel den Schwangerschaftstest gemacht habe. Positiv. Mein Herz schlug wie wild. Damit hätte ich nicht gerechnet – wir haben doch verhütet.
Impulsiv und spontan wie ich bin, konnte ich nicht bis zum Abend warten und habe meinen Süßen prompt im Büro angerufen. Wenn Männer Väter werden, dann kann sich plötzlich alles ändern.
“Ich habe hier gerade ein Lächeln auf den Lippen” – so seine freudige und gelassene Antwort. Seitdem ist Pierre beinahe wie verwandelt:
Wir waren wieder auf dem Weg zu Freunden mit zwei zuckersüßen Kids. Mein Schatz hat nach dem Eintreffen in der Wohnung fast nur Fragen über die Kinder gestellt. Immer wieder schaute er die Kleinen mit einem Glanz in den Augen an. “Bald haben wir auch so einen – das ist so faszinierend.” Als wir die Woche darauf wiederholt vorbeigefahren sind, kamen Worte aus seinem Mund, die ich vorher gar nicht kannte: “Hoffentlich sind die Kinder noch auf, das wäre echt toll.”
War sein Traumurlaub kürzlich noch eine Ostküstenrundreise der Vereinigten Staaten, so überlegt er nun, wie schön Urlaub auf dem Bauernhof sein kann und malt sich aus, wie fasziniert Leon von heimischen Tieren sein würde. Bei einer Bürofeier hatte er eine Horde Kolleginnen um sich herum, die er mit Fragen überhäufte: Wie kann man einem Schreikind vorbeugen? Ist es besser, wenn das Babybett im Elternschlafzimmer steht? Früher hatte Pierre um solche Themen einen diplomatischen Bogen gemacht.
Hält er seine Hand auf meinen Bauch, so ist er regelrecht überwältigt von den Bewegungen unseres Söhnchens Leon. Als mich jemand aus meiner Familie unerwartet fertig gemacht hatte, da hat er mich verteidigt wie nie zuvor. “Ich habe auch an das Wohlergehen unseres ungeborenen Kindes gedacht” gestand er mir danach und berichtete mir von seiner neuen Doppelverantwortung. Wenn`s der Mama gut geht, dann eben auch dem wachsenden Baby.
Wenn ich in den DM Drogeriemarkt wollte, fand er das langweilig. “Ich bin mal nebenan in der Buchhandlung” hieß es dann. Nachdem er wusste, dass er Vater wird, wollte der Gourmet Hobbykoch mit. “Wie – du im Drogeriemarkt?” fragte ich erstaunt. “Ich denk, da gibt`s nur so`n Frauenkram, wie du immer sagst”. “Ja, ich möchte mal schauen, was in Babynahrung alles drin ist.” Nachdem er ein bisschen stöberte, meinte er, dass er das unserem Kind doch auch frisch zubereiten könnte. Wäre doch garantiert noch leckerer. Wow!
“Wenn unser Söhnchen da ist, dann können wir im Sommer auch viel mit ihm schwimmen gehen” überlegte Pierre letztens beim gemeinsamen Spaziergang. “Wie – ich denke, du findest schwimmen gähnend langweilig?” antwortete ich erstaunt. “Ja, du schwimmst ja einfach nur Bahnen, so schnell, dass ich gar nicht richtig mit komme. Aber mit Leon könnte ich richtig schön plantschen und spielen.” Ich musste lachen. Süß finde ich es auch, wenn Pierre plant, mit seinem Leon auf Bäumen zu klettern und draußen im Wald zu zelten.
Ich glaube, sein kleiner Stammhalter wird ihn jung halten. In drei Monaten um diese Zeit mag der Zwerg bereits auf der Welt sein – das wird verdammt spannend und aufregend. Nicht nur für den Papa!
Liebe Grüße von Elischeba





4 Kommentare
Heinz
16. Februar 2012 von 16:07 (UTC 1) Link zu diesem Kommentar
ja – so sind wir Männer eben – da wird man oft selbst wieder zum Kind
Düsseldorferin
16. Februar 2012 von 19:30 (UTC 1) Link zu diesem Kommentar
Mein Mann hat sich auch jedes Mal sehr gefreut, aber wir wollten auch gerne Kinder haben. Schön, wenn man durch eine Schwangerschaft sieht, dass Kinder ein großer Segen sind und meiner Meinung nach der größte Sinn im Leben!
Liebe Grüße von einer dreifachen glücklichen Mama
Laura S.
17. Februar 2012 von 16:44 (UTC 1) Link zu diesem Kommentar
wie immer schön und positiv geschrieben – ich bin total gespannt auf den kleinen Leon!
Heike Kaiser
11. März 2012 von 09:14 (UTC 1) Link zu diesem Kommentar
hi hi hi